Straubenhardt
Straubenhardt -  09.01.2019
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Der Mensch als Chance: Straubenhardter Neujahrsauftakt widmet sich Zukunftsvision

Straubenhardt. Bürgermeister Helge Viehweg und der Straubenhardter Gemeinderat haben mit dem Bekenntnis zum Prinzip Cradle to Cradle (C2C) einen innovativen Weg eingeschlagen. Von der Wiege zur Wiege lautet die deutsche Übersetzung für die Idee, die weltweit immer mehr Unterstützer findet. Der Grundsatz: Produkte anders zu denken und dafür zu sorgen, dass sie mit Nutzfaktor im Kreislauf erhalten bleiben.

Professor Dr. Michael Braungart referiert beim Jahresauftakt in Straubenhardt. Foto: Privat
Professor Dr. Michael Braungart referiert beim Jahresauftakt in Straubenhardt. Foto: Privat

C2C-Pionier Professor Dr. Michael Braungart unterstützt Straubenhardt auf dem Weg, der die Kommune zur Modellregion führen könnte. Beim Jahresauftakt der Gemeinde am Sonntag, 20. Januar, ab 11 Uhr in der Festhalle Feldrennach wird das Konzept vorstellen, das Straubenhardt beim Bau der zentralen Feuerwache umsetzen will. Im Gespräch mit der PZ erläutert Braungart, was sich hinter dem Begriff Cradle to Cradle verbirgt.

Braungart ist Professor an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Gründer von EPEA Internationale Umweltforschung in Hamburg, der Wiege von Cradle to Cradle. Zudem ist er Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter von McDonough Braungart Design Chemistry (MBDC) in Charlottesville, Virginia (USA) sowie wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts (HUI). Seit Jahrzehnten pioniert Braungart das Cradle to Cradle-Designkonzept. Der 60-jährige Verfahrenstechniker und Chemiker, der aus Schwäbisch Gmünd stammt, arbeitet mit vielen Organisationen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammen und entwickelte Werkzeuge zur Gestaltung öko-effektiver Produkte, Geschäftsmodelle und intelligentes Material Pooling.

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Es gehe nicht darum, das Bestehende effizienter zu machen, betont Braungart: „Wir wollen keine Dinge, die weniger schädlich sind. Wir wollen, dass sie nützlich sind.“ Das Ziel des C2C-Prinzips ist eine Kreislaufwirtschaft. Verschleißprodukte, wie etwa Autoreifen, sollen nach dem C2C-Prinzip so aufgebaut sein, dass ihr Abrieb andere Dinge unterstützt. „Alles, was verschleißt, muss Nährstoff für die Biosphäre sein“, sagt der Professor. Kniffliger wird der Gedanke bei Dingen, die genutzt werden – wie Autos, Waschmaschinen, Fenster, Solaranlagen. Man verbrauche diese ja nicht, man nutze sie ja nur. „Wieso also will man sich die Entsorgung chinesischen Sondermülls aufhalsen“, fragt Braungart. Der Chemiker fordert ein anderes Geschäftsmodell, in dem man sich keine Waschmaschine oder Fenster kauft, sondern 3000 Wäschen oder 30 Jahre Wärmedämmung und Durchsicht – „alle Dinge werden zu Dienstleistungen.“

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 10. Januar, in der Hauptausgabe der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: bel