Bretten -  07.02.2019
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Messerstecher identifiziert

Bretten/Karlsruhe/Enzkreis. Bilder einer Überwachungskamera haben der Polizei schließlich den Durchbruch gebracht:

Ein Butterflymesser, hier ein Symbolbild, soll der Täter in Bretten eingesetzt haben. Der Besitz dieser Waffen ist in Deutschland verboten. Foto: Wagner, dpa
Ein Butterflymesser, hier ein Symbolbild, soll der Täter in Bretten eingesetzt haben. Der Besitz dieser Waffen ist in Deutschland verboten. Foto: Wagner, dpa

Der Mann, der am 8. Dezembereinen Mann mit einem sogenannten Butterfly-Messer an Oberschenkel und Schulterblatt verletzt hat, ist nun ermittelt worden. Vergangene Woche hatte das Polizeipräsidium Karlsruhe Fotos aus der Straßenbahn veröffentlicht, mit der der Verdächtige damals vom Tatort in Richtung Bretten-Gölshausen geflüchtet war (die PZ hat berichtet). Seitdem sind einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die die Ermittler auf die Spur eines aus Russland stammenden 18-jährigen Deutschen brachten. Wegen gleichartiger Delikte befinde er sich derzeit in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe, teilt die Polizei mit.

Der junge Mann sollte gestern vernommen und erkennungsdienstlich behandelt werden. Die Polizei ist sich sicher, den Täter vom Dezember gefunden zu haben. Die Bevölkerungshinweise waren zuvor eingehend geprüft worden. Die Brettener Messerattacke hatte als Streit mutmaßlich des 18-Jährigen mit einem 20-Jährigen begonnen. Der Jüngere hatte mit der Faust zugeschlagen. Als der 20-Jährige sich daraufhin wehrte, stach der 18-Jährige zu. Sein Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden. Verfolgt wird der Fall von der Polizei als gefährliche Körperverletzung.

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Es war nicht der erste aufsehenerregende Fall in der Region, bei dem Überwachungsbilder aus einem Zug eine Rolle spielten. Solche Aufzeichnungen halfen auch bei der Suche nach einem Mann, der im Frühjahr 2018 in S-Bahnen Fahrgäste attackiert und angespuckt hatte. Öffentlich wurde der Fall, als der Angreifer zwischen Pforzheim und Ispringen im März einen Fahrgast gebissen hatte. Auch in diesem Fall hatte eine Überwachungskamera den Verdächtigen im Zug festgehalten. Hinzu kamen damals eine große Menge von Zeugenhinweisen, die schließlich zum Ermittlungserfolg führten. Der Täter war geständig. Der 35-Jährige ist im Januar vom Amtsgericht Pforzheim zu einer Haftstraße auf Bewährung verurteilt worden. Er wird in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Autor: Alexander Heilemann