Dobel -  29.01.2019
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Bad Herrenalber fertigen Lederkunst an

Dobel/Bad Herrenalb. Seit 2003 entwickeln und gestalten Elke und Michael Hoppe kunstvolle Leder-Unikate auf dem Dobel für prominente Auftraggeber. Aktuell hat das Baden-Württemberg-Landeswappen die Werkstatt verlassen, um in den nächsten Wochen als Präsent an eine Persönlichkeit aus der Politik überreicht zu werden. „Wir machen das, weil es uns einfach Freude bereitet“, schmunzelt Michael Hoppe und bestätigt, „die Wappen aus unserer kleinen Liebhaber-Werkstatt sind Unikate, die auf Bestellung gefertigt werden.“

Michael Hoppe aus Bad Herrenalb und sein neues Werk: das Wappen des Landes Baden-Württemberg. Foto: Zoller
Michael Hoppe aus Bad Herrenalb und sein neues Werk: das Wappen des Landes Baden-Württemberg. Foto: Zoller

Mittlerweile erarbeitet Hoppe auch Familienwappen aus Leder für Liebhaber im In- und Ausland und die nächste Arbeit wird sogar bis nach Asien reisen. „Nappaleder“, so erklärt Hoppe, „ist ein wunderbarer Werkstoff. Etwas Lebendiges, Dauerhaftes und zudem etwas Natürliches, das in der Regel für Handschuhe, Handtaschen oder Schuhe verwendet wird.“ Nicht so bei seinen aufwendigen Unikaten.

Die eigene Ledermanufaktur

Michael Hoppe sitzt in einer kleinen Werkstatt auf dem Dobel, die er stolz sein Atelier nennt. Hier erklärt er mehr über sein Hobby, bei dem seine Frau gerne helfend mitwirkt. Der Ruheständler hat sich im Nordschwarzwald eine Oase geschaffen, in der er Freunde, Kunden und Bekannte empfängt und zudem die Möglichkeit hat, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

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Das kleine Atelier mit Schaufenster liegt in einer Seitenstraße des Höhenluftkurortes Dobel und ist mittwochs und samstags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Umgeben von dem unnachahmlichen Lederduft zieren Wappen, Tiersilhouetten, Sportarten oder Fantasielandschaften die Lederkunstwerke. Hierbei handelt es sich überwiegend um Kissen, die nach Aussage des Künstlervaters auch noch eine praktische Funktion erfüllen: „Unsere spezielle Kissenfüllung dient wohltuend der Rückenstütze“, argumentiert der Lederkünstler. Er hat sich schon längst aus seinem Produktionsbetrieb für Reitsportkleidung zurückgezogen. Seit 1997 wohnt er in Bad Herrenalb und seit 2003 hat er sein Atelier in der Wildbader Straße Nummer 24, der ehemaligen Schusterwerkstatt von Familie Hummel.

„Meine ersten Lederarbeiten sind dank einer Idee meiner Frau entstanden“, sagt Hoppe, der nach der Auflösung seines Fachbetriebes noch viele Lederreste aufbewahrt hatte, um für Reparaturen seiner ehemaligen Kunden gerüstet zu sein. „Als ich 2003 die Lederreste entsorgen wollte, war meine Frau schlichtweg dagegen.“ Für sie waren die Naturstoffe zu kostbar, um einfach im Müll zu landen. Also entstand die Idee, aus einzelnen Lederresten fantasievolle Objekte zu entwickeln, die zum einen dekorativ und zum anderen auch noch nützlich sein sollten. Seine Frau Elke appellierte damals an die kreative Ader ihres Mannes und er nutzte die Eigenschaften des wertvollen Naturproduktes für eine neue Idee: Leder, das sich zum einen durch die Körpertemperatur erwärmt und zum anderen formstabil bleibt, ist für Hoppe die ideale Grundlage, um den Rücken zu stützen, der auf den oftmals nachgiebigen Sofaecken gerne in eine Schieflage gerät, was auf Dauer zu Unwohlsein führt.

Hoppe schmunzelt und zeigt eines seiner ersten Modelle. „Das waren einfache Kissen mit maximal zehn Schnittteilen“. Doch die Farbenpracht alleine genügte dem Künstler nicht. Nur mal eben so Quadrate in verschiedenen Farben zu arrangieren, damit war seinem Anspruch nicht genüge getan. Also wurde getüftelt und wie ein Puzzle verschiedene Motive und Farben in Einlegearbeit zusammengefügt. Gefragt sei dabei große Fingerfertigkeit und noch mehr Geduld. Die einzelnen Lederstücke, die je nach Qualität in verschiedenen Stärken vorliegen, müssen sorgfältig ausgeschnitten sein, um eine glatte Oberfläche zu ergeben.

Sichtlich stolz präsentiert der Lederkünstler nun sein aktuelles Werk, das Baden-Württemberg-Wappen. In diesem Fall wird Leder als ein Gesamtkunstwerk in einem Goldrahmen gezeigt, denn Liebhaber haben längst schon erkannt, dass die Handarbeit des Fachmannes auch an der Wand glänzen kann.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 30. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Sabine Zoller