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Birkenfeld
Birkenfeld -  13.08.2019
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Ärger um Waldweg geht weiter: Gutachten zeigt Schadstoffbelastung in Birkenfeld

Birkenfeld. Wurde bei der Sanierung des Laiserwegs im Birkenfelder Wald Richtung Straubenhardt Material verbaut, das dort nichts zu suchen hat? Das ist die zentrale Frage für den ehemaligen Grünen-Gemeinderat und Kreisrat Joachim Wildenmann. Er sagt: „Ja, da liegt vergiftetes Material drin.“ Das Forstamt des Enzkreises, unter dessen Regie der Weg ausgebaut wurde, sagt: Nein, mit dem Weg sei alles in Ordnung.

Schwarzer Schutt wurde im Laiserweg bei einer privaten Probenentnahme gefunden. Die gutachterliche Analyse hat nun gezeigt, dass das Material mit Schadstoffen belastet ist. Gestritten wird darüber, wie es in den Unterbau des Wegs kam. Foto: Privat
Schwarzer Schutt wurde im Laiserweg bei einer privaten Probenentnahme gefunden. Die gutachterliche Analyse hat nun gezeigt, dass das Material mit Schadstoffen belastet ist. Gestritten wird darüber, wie es in den Unterbau des Wegs kam. Foto: Privat

Das Forstamt stützt sich dabei auf das Urteil eines Gutachters, der sechs Schürfproben, die im Auftrag der Gemeinde mit dem Bagger aus dem Weg genommen wurden, in Augenschein genommen hat. Seine Bewertung hatte er Ende Juni im Birkenfelder Gemeinderat präsentiert: „Im neuen Aufbau war kein Fremdmaterial dabei. Der Kalkstein, den wir gefunden haben, ist beim Wegebau normal.“ (die PZ berichtete).

Wildenmann beruft sich auf ein Gutachten, das jetzt zu Proben erstellt wurde, die zuvor schon von Privatleuten aus dem Weg genommen wurden. Zement, Asphalt und schwarzes, verbranntes Material sei dabei gefunden worden. Die Proben seien zum Rathaus gebracht worden, doch die Verwaltung habe nichts damit unternommen. Nun seien sie privat analysiert worden, so Wildenmann: „Das Gutachten zeigt, dass der Arsen-Grenzwert um das Dreifache überschritten ist. Und angesichts der PAK-Werte dürfte das Material auf einer normalen Deponie gar nicht abgeliefert werden – im Waldboden hat das definitiv nichts verloren!“ PAK sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die unter anderem in Teer vorkommen und im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

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Auf PZ-Anfrage teilte das Landratsamt gestern zur aktuellen Analyse mit: „Uns liegen diese Ergebnisse nicht vor, insofern können wir daraus keinerlei Schlussfolgerung ziehen.“ Die Wegebau-Maßnahme sei bereits von einem unabhängigen Gutachter überprüft worden: „Dabei wurden keine Schadstoffe festgestellt.“ „Insofern werden wir die Baumaßnahme nun abschließen“, so das Landratsamt.

Mehr lesen Sie am 14. August in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: ben