Birkenfeld
Birkenfeld -  10.10.2021
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Fairer Handel in Birkenfelder Ortsmitte: Eine-Welt-Laden gibt es seit zehn Jahren

Birkenfeld. Tischdecken gibt es, Haushaltswaren aus Holz, Taschen, Kaffee, Süßigkeiten, handgefertigte Grußkarten und recycelte Gläser: Aus aller Herren Länder kommen die Waren im Birkenfelder Eine-Welt-Laden. Zehn Jahre gibt es ihn schon in zentraler Lage am Marktplatz.

Jutta Goldhorn (links) zeigt Iris und Reiner Herrmann einen der Geschenkkörbe, die es im Eine-Welt-Laden zu kaufen gibt. Foto: Roller
Jutta Goldhorn (links) zeigt Iris und Reiner Herrmann einen der Geschenkkörbe, die es im Eine-Welt-Laden zu kaufen gibt. Foto: Roller

„Das Konzept hat sich bewährt“, erklärt Jutta Goldhorn: „Es gibt immer wieder Leute, dir sagen: Hier war ich noch nie, was ist das für ein schöner Laden.“ Goldhorn ist eine von rund zehn Helfern, die den Laden betreuen, alle rein ehrenamtlich. Sie kann sich noch gut an die Ursprünge erinnern, die fast 25 Jahre zurückreichen. Angefangen hat damals alles mit dem Kaffeeverkauf nach dem Gottesdienst. Aus ihm heraus entstand die Idee, einen Laden zu gründen. Zunächst befand sich der Laden 14 Jahre lang in der Bergstraße, neben der katholischen Kirche. Dort sei es sehr eng zugegangen, erzählt Goldhorn: Und man sei nur schwer zu finden gewesen.

So habe man sich gefreut, als sich vor zehn Jahren durch Vermittlung des damaligen Bürgermeisters Reiner Herrmann die Gelegenheit bot, an den Marktplatz zu wechseln. Anlass der Einrichtung war die Partnerschaft mit der Kirchengemeinde in Dakhua in Bangladesch. Unter großem Einsatz von Marianne Ketterer entstand in einem historischen Fachwerkgebäude ein Laden.

Zehn Ehrenamtliche sorgen dafür, dass er an fünf Tagen die Woche geöffnet werden kann. Für neue Mitstreiter sei man offen, sagt Goldhorn und betont: Es gehe demokratisch zu, auch bei der Auswahl des Sortiments. Alle Produkte werden unter fairen Bedingungen hergestellt. Zudem kann mit den Einnahmen Menschen in Not geholfen werden. Gespendet wird für Projekte, bei denen man auch weiß, dass das Geld ankommt. In Bangladesch hat man einen Brunnen und den Wiederaufbau von Häusern finanziert, die von Elefanten zerstört worden waren. Für Nepal spendete man nach einem Erdbeben und in Indien unterstützt man Studenten, die durch die Coronakrise kein Lernmaterial mehr bezahlen können. „Es geht um Nächstenliebe, die nicht an Landesgrenzen endet“, erklärt Goldhorn. Gerade mit Bangladesch sei der Kontakt sehr gut. Schon zweimal sei eine Gruppe in das südasiatische Land geflogen. Auch der für Dakhua zuständige Bischof sei schon nach Birkenfeld gekommen.

Momentan ist die katholische Kirchengemeinde Trägerin des Ladens. In Zukunft will man einen ökumenischen Verein gründen.

Autor: Nico Roller