Innenentwicklungsprojekt: Birkenfelder Bürgermeister will „Leben in Ortsmitte bringen“
Birkenfeld. Die Entwicklung des Dittus-Areals in Birkenfeld nimmt Fahrt auf: Der Gemeinderat hat die nächsten Weichen für das zentrale Innenentwicklungsprojekt gestellt.
Die nächsten Schritte für die Entwicklung des Dittus-Areals in Birkenfeld hat der Gemeinderat auf den Weg gebracht. Nun wurde eine Machbarkeitsstudie für einen ersten Bauabschnitt in der Ortsmitte vorgestellt. Zudem fasste das Gremium einstimmig einen Aufstellungsbeschluss, beauftragte die Verwaltung mit den Vertragsvorbereitungen und stieß eine Studie für das zweite Baufeld an. Das Dittus-Areal gilt als zentrales Projekt der Birkenfelder Innenentwicklung (die PZ hat mehrfach berichtet). Für Baufeld eins lagen nun die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor.
Planer Jochen Abraham stellte die Überlegungen seines Büros vor. Die Planung nimmt ortsbildprägende Giebelhäuser und benachbarte Dachformen auf. Zugleich solle die Ortsmitte räumlich klarer gefasst werden. Eine wichtige Rolle spielen Marktplatz, Kirchplatz und die Verbindung zwischen beiden Bereichen. „Wir sind der Meinung, dass die Verbindung zwischen den beiden Plätzen sehr wichtig ist“, sagte Abraham. Am Marktplatz eins sei beispielsweise Gastronomie mit Freifläche denkbar. Im ersten Obergeschoss könnten Büro-, Dienstleistungs- oder Praxisflächen entstehen. Darüber ist Wohnen vorgesehen, auch in Maisonette-Wohnungen.
Bürgermeister Martin Steiner ordnete das Projekt als wichtigen Schritt „direkt im Herz der Gemeinde“ ein.
Es gehe nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um die Ortsmitte als Ganzes. Nach einem Rundgang an einem Abend sei ihm nochmals deutlich geworden, worum es gehe: Ziel müsse sein, „Leben in die Ortsmitte“ zu bringen. Das bestätigten und betonten auch Gemeinderäte. Eine besondere Rolle bei der Beratung spielte das zweite Baufeld. Dort laufen Steiner zufolge seit gut eineinhalb Jahren Gespräche mit einem möglichen Anbieter für einen Drogeriemarkt. Einen Namen nannte Steiner allerdings nicht. Entscheidend sei, Baufeld zwei im Zusammenhang mit der Ortsmitte zu betrachten. „Wir brauchen jetzt konkrete Zahlen“, sagte er. Nur so könne man die Gespräche belastbar weiterführen.
Deshalb soll nun auch Baufeld zwei vertieft untersucht werden. Dabei geht es um Parkplätze, Topographie, mögliche Gewerbeflächen und das Post-Gebäude. Das Angebot für die zusätzliche Machbarkeitsstudie liegt bei 94.000 Euro netto. Nach Angaben der Verwaltung wird die Untersuchung vollständig gefördert. Aus dem Gremium kamen Nachfragen zu Wohnungsgrößen, Parkplätzen, Begrünung und Klimaanpassung. Gemeinderätin Daniela Schumacher von der Unabhängigen Grünen Liste Birkenfeld wollte etwa wissen, ob die Wohnungen auch für ältere Menschen geeignet seien. Planerin Nanni Abraham erläuterte im Detail, dass ein Großteil der Flächen aufgrund von Barrierefreiheit insbesondere für ältere Menschen geeignet seien. Weniger geeignete Maisonette-Wohnungen seien nur einige wenige geplant. Aus der Verwaltung hieß es zudem, im weiteren Verfahren könnten weitere Wohnformen entstehen.
Planer Abraham bestätigte auf Nachfrage, dass es heutzutage nicht mehr genüge, nur Stellplätze zu planen. „Das Thema Klimaanpassung ist aus meiner Sicht gesetzt“, sagte er.
Große Baumquartiere, Wasser, Verschattung und begrünte Flächen müssten mitgedacht werden, so der Planer. Steiner betonte, dass noch keine endgültige Bauentscheidung gefallen sei. Wichtig sei es nun, Fördermöglichkeiten zu sichern und Planungsgrundlagen zu vertiefen. Außerdem solle es einen Projektträgervertrag zwischen Wohnbau Birkenfeld und Gemeinde geben.
