Birkenfeld
Birkenfeld -  02.04.2021
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Pilotprojekt in Birkenfeld: Gastronomen testen Mehrweg-System

Birkenfeld. Weil der Restaurantbesuch aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich ist, holen sich viele ihr Essen ab oder lassen es sich liefern – und zuhause stapeln sich die Müllberge. Geht es nach dem Birkenfelder Jung-Gemeinderat Leandro Karst (CDU) soll damit nun Schluss sein. Der 21-Jährige hat ein Projekt angestoßen, an dem sich zum Start fünf Anbieter von Essen-to-go aus seiner Heimatgemeinde beteiligen. Sie bieten ihren Kunden künftig die Gerichte auch in Mehrweg-Behältnissen an, um das Aufkommen an Einweg-Verpackungen deutlich zu reduzieren.

Hoffen, dass die Mehrweg-Verpackungen beim Kunden ankommen: Emanuel Sekulla von der Schwarzwaldstube, Gerome Bender vom Birkenfelder Hof, Petra Schmidt vom Restaurant Schönblick, Jürgen Vollmer von Birke-Naturkost mit Bistro, Initiator Leandro Karst und Bürgermeister Martin Steiner (von links). Foto: Moritz
Hoffen, dass die Mehrweg-Verpackungen beim Kunden ankommen: Emanuel Sekulla von der Schwarzwaldstube, Gerome Bender vom Birkenfelder Hof, Petra Schmidt vom Restaurant Schönblick, Jürgen Vollmer von Birke-Naturkost mit Bistro, Initiator Leandro Karst und Bürgermeister Martin Steiner (von links). Foto: Moritz

„Die Kunden zahlen einmalig zehn Euro Pfand und können die Box dann in allen Partnerlokalen nutzen“, erklärt Karst. Sprich: Das leere Behältnis mitbringen, abgeben und das Essen in einer frischen Box gleich mitnehmen. „Ich habe mir verschiedene Modelle angeschaut und mich dann für das System des Stuttgarter Unternehmens reCircle entschieden“, so Karst.

Dass dieser das Vorhaben in die Hand genommen hat – darüber zeigen sich auch Emanuel Sekulla von der Schwarzwaldstube, Gerome Bender vom Birkenfelder Hof, Petra Schmidt vom Restaurant Schönblick und Jürgen Vollmer von Birke-Naturkost samt Bistro froh. Sie haben an diesem Donnerstag das Projekt – an dem auch noch das Restaurant Taormina beteiligt ist – im Birkenfelder Rathaus vorgestellt.

50 Mehrweg-Pfandboxen für unterschiedliche Gerichte

Sie alle bieten in der augenblicklichen Situation an mehreren Tagen pro Woche Essen zum Mitnehmen an. Nun wurden sie mit jeweils 50 Mehrweg-Pfandboxen in verschiedenen Formen für unterschiedliche Gerichte ausgestattet. Knapp 15 Cent zahlen sie pro Mehrweg-Abholung an den Boxen-Hersteller – sparen sich dafür aber die Kosten für die Einweg-Verpackung. Drei Monate lang soll die Testphase laufen – entwickelt sich das Ganze zum Erfolgsmodell, kann es nahtlos weitergehen.

„Das ist eine tolle Sache“, bedankte sich Vollmer bei Karst für dessen Engagement: Die Gastronomen hätten aufgrund der Corona-Regelungen und -Beschränkungen derzeit so viel um die Ohren und so große Sorgen, dass sie es wohl kaum in Eigeninitiative geschafft hätten, die Aktion zum Laufen zu bringen. Vollmer freut sich über die Vernetzung und hofft, dass sich noch weitere der über zehn Birkenfelder Gastro-Betriebe anschließen.

Bender erklärte: „Wir haben jetzt schon viele biologisch abbaubare Verpackungen. Das Mehrweg-System ist eine gute Ergänzung – in der Kombination sind wir jetzt bestens aufgestellt.“ Der Kunde habe die freie Wahl.

Bürgermeister Martin Steiner freute sich über die Initiative und den Beitrag zum Umweltschutz: „Das passt genau in unser Denken.“ Deshalb unterstütze die Gemeinde das Projekt auch mit einem kleinen finanziellen Beitrag.

Interessierte Gastronomen – auch aus anderen Gemeinden in der Region – können sich wenden an leandro.karst@outlook.com

Autor: ben