Eisingen -  11.01.2019
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Gescheitert an Bürokratie und Vorschriften: Nachbarschaftshilfe in Eisingen nach 25 Jahren am Ende

Eisingen. Zum Jahresbeginn ist die Ära der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe der Gemeinde Eisingen zu Ende gegangen. Diese wurde 1994 unter der Leitung von Ursula Burda ins Leben gerufen. Alle Mitarbeiter trafen sich jetzt nochmals auf Einladung der Gemeinde im „Santa Lucia“ zum traditionellen Neujahrsessen.

Das Neujahrsessen der Nachbarschaftshilfe wurde zur Abschiedsfeier für die ehrenamtlichen Helferinnen. Mit dabei die neue Leiterin Sandra Eisele, die bisherige Chefin Gertrud Krust und Bürgermeister Thomas Karst (von links). Foto: Manfred Schott
Das Neujahrsessen der Nachbarschaftshilfe wurde zur Abschiedsfeier für die ehrenamtlichen Helferinnen. Mit dabei die neue Leiterin Sandra Eisele, die bisherige Chefin Gertrud Krust und Bürgermeister Thomas Karst (von links). Foto: Manfred Schott

„Ein kleines Zeichen des Dankes für Ihre großartige ehrenamtliche Arbeit“, sagte Thomas Karst. „Ich bin schon etwas betrübt“, so der Bürgermeister, „dass uns gesetzliche Regelungen, die angeblich zur Stärkung des Ehrenamtes erlassen wurden, dazu zwingen, genau diese ehrenamtliche Hilfe aufgeben zu müssen“. Noch mehr Bürokratie und neue Anforderungen an Aus- und Fortbildung machten das ehrenamtliche Engagement in dieser Form nicht mehr möglich.

Diakoniestation übernimmt

Das Wort von Martin Luther: „Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unsere Hilfe braucht“, habe von Anfang an Motivation für die Eisinger Nachbarschaftshilfe gegeben, so der Bürgermeister. Die christliche Nächstenliebe sei die Grundlage des Handelns gewesen, ein Miteinander von Starken und Schwachen, von Gesunden und Kranken sowie von Alten und Jungen. „Dafür heute ein ganz großes Dankeschön und ein ‚Vergelt’s Gott‘ an Sie alle.“

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Laut Karst übernehme die Diakoniestation MobiDik aus Königsbach-Stein, mit der man bisher bereits kooperiert habe, künftig die Nachbarschaftshilfe Eisingen in ihren Aufgabenbereich. Sandra Eisele wird von dort aus die Führung übernehmen. Als Nachfolgerin von Hannelore Steudle koordinierte seit mehr als vier Jahren Gertrud Krust als Einsatzleiterin die Nachbarschaftshilfe und leistete die umfangreiche Verwaltungsarbeit. In der Gruppe waren zwischen 20 und 30 Helfer ehrenamtlich im Einsatz. Darunter die Urgesteine Gisela Kerber und Veronika Lindermeir, die seit 23 Jahren mit von der Partie sind. Fast alle wollen auch weiter dabei bleiben. Ihre Hilfeleistung erstreckte sich auf den hauswirtschaftlichen und pflegeergänzenden Bereich, auf die kommunikative Betreuung sowie auf Begleit- und Fahrdienste. Bei der Verabschiedung von Gertrud Krust würdigte Bürgermeister Karst deren hohe Motivation und Einsatzfreude, die auch zeitlich weit über das hinausging, was bei Teilzeitanstellung vorgesehen war. Ein Dankeschön ging auch an Heidi Fränkle, die als Rathausmitarbeiterin unterstützend als stellvertretende Leiterin der Nachbarschaftshilfe tätig war.

Autor: Manfred Schott