Engelsbrand
Engelsbrand -  10.06.2019
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Besorgte Eltern und Bürger: Füchse sorgen in Engelsbrand für Ärger

Engelsbrand. Unmut verbreitet sich derzeit unter etlichen Bewohnern und Eltern aus Engelsbrand. Nicht etwa wie andernorts ein Wolf, sondern eine Fuchsfamilie sorgt dort seit einigen Tagen für Angst und Schrecken.

In unmittelbarer Nähe der Grundschule sollen sich zwei Füchse mit ihren fünf Jungen auf einem verlassenen Privatgelände niedergelassen haben – zum Nachtteil vieler Engelsbrander.

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Denn nicht nur Eltern haben nun Angst vor Krankheiten wie etwa dem Fuchsbandwurm, auch Bewohner sind verärgert. Der Grund: Auf der Suche nach Nahrung sollen die Füchse schon viele Hühner im Ort gerissen haben – und das nicht mehr nur nachts, sondern auch am hellichten Tage. Höchste Zeit etwas zu unternehmen, findet Bianca Bismarck. Sie ist zum einen als Mutter dreier Kinder, zum anderen aber auch als Anwohnerin von den Vorkommnissen betroffen. „Ich habe jetzt schon alles versucht und mit etlichen Ämtern telefoniert“, erklärt sie. Doch bisher habe sich nichts getan. Erst Anfang dieser Woche habe ihr Mann den freilaufenden Fuchs gefilmt – morgens um halb neun vom Schulgelände aus. „Wir verstehen, dass der Fuchs geschützt ist, dennoch ist er mittlerweile eine große Gefahrenquelle – für unsere Kinder und unsere Tiere“, sagt Bismarck.

Kurzfristig wohl keine Lösung

Deshalb sei auch Bürgermeister Thomas Keller bereits alarmiert: „Besorgte Eltern haben sich verständlicherweise schon an mich gewandt“, bestätigt er. Die Gemeinde habe sich daraufhin direkt mit dem Landratsamt des Enzkreises in Verbindung gesetzt. Er erhofft sich dadurch eine schnelle Lösung, da Keller in seiner Funktion als Rathauschef selbstverständlich die Verantwortung für die Schulkinder übernehme. Doch durch diese Rechnung könnte der Enzkreis-Wildtierbeauftragte Bernhard Brenneis nun einen Strich machen. Vermutlich erst im Herbst, so die Annahme des Experten, seien die Jungen so groß, dass sie nicht mehr von ihrer Mutter abhängig sind – und erst dann verlassen die Tiere auch ihren Bau. Brenneis schlägt vor, den Fuchsbau zu verschließen. „Das geht aber wegen des Tierschutzes eben erst dann, wenn die Füchse draußen sind“, erklärt er.

Der Wildtierbeauftragte gibt aber indessen Entwarnung: „Natürlich besteht das Risiko, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken“ – aber das sei auch bei jedem Waldbesuch der Fall, so Brenneis. Er appelliert vielmehr an die Vernunft der Bürger: „Wildtiere einfach so zu füttern ist unverantwortlich“, sagt er. Um die Füchse aus dem Ort langfristig zu vertreiben, solle man darauf achten, etwa Katzenfutter oder auch den Kompost nicht offen stehenzulassen. Wenn der Fuchs keine Nahrung mehr finde, sei die Wahrscheinlichkeit, dass er zurückkehre auch geringer.

Autor: Julia Wessinger