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Engelsbrand -  04.03.2026
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Vor der Bürgermeisterwahl in Engelsbrand: 7 Fragen an die Kandidaten

Auf Zielgeraden beim Rennen um die Rathausspitze: Am Sonntag, 8. März, findet in Engelsbrand die Bürgermeisterwahl statt. Die beiden Kandidaten heißen Carsten Hoffmann und Sebastian Huber. Vorab hat die PZ sieben Fragen an die Bewerber gestellt.

Carsten Hoffmann (links) und Sebastian Huber kandidieren für Engelsbrand. Am Sonntag wird sich entscheiden, wer neuer Rathauschef wird.
Carsten Hoffmann (links) und Sebastian Huber kandidieren für Engelsbrand. Am Sonntag wird sich entscheiden, wer neuer Rathauschef wird. Foto: Mühlthaler

Die Bürger der Gemeinde Engelsbrand haben am Sonntag, 8. März, eine echte Wahl. Wer soll die kommenden acht Jahre die Geschicke lenken? Rathauschef Thomas Keller hat im September bekannt gegeben, nach seiner ersten Amtszeit nicht noch einmal zu kandidieren (die PZ berichtete). Stattdessen gehen mit Carsten Hoffmann und Sebastian Huber zwei neue Gesichter ins Rennen. Als erster Bewerber hat sich Hoffmann im Dezember der Höhengemeinde vorgestellt. Der 50-Jährige ist Leiter der Steuerabteilung der Stadt Reutlingen. Er lebt in einer festen Partnerschaft ohne Kinder. Sein Konkurrent hat am letzten Tag der Einreichungsfrist seine Bewerbungsunterlagen eingeworfen. Huber betreibt als selbstständiger Unternehmer einen Montageservice für Industrieautomationen und CNC-Werkzeugmaschinen. Der 45-Jährige wohnt mit seiner Lebensgefährtin und ihrem gemeinsamen Sohn in Engelsbrand. Die Gemeinde wird am Sonntag ab 20.30 Uhr bei einer öffentlichen Veranstaltung im Feuerwehrhaus das Ergebnis verkünden.

PZ-news: Warum kandidieren Sie für Engelsbrand?

Carsten Hoffmann: Engelsbrand verbindet Lebensqualität, Natur und eine starke Gemeinschaft. Hier leben Menschen mit Herz und Haltung – Menschen, die etwas bewegen wollen. Ich kandidiere für Engelsbrand, weil ich davon überzeugt bin, dass ich mit meiner langjährigen Verwaltungserfahrung, meinem Wissen und meinem Engagement einen Beitrag dafür leisten kann, den Ort gemeinsam mit allen Beteiligten nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen. 

Sebastian Huber: Ich bin fest davon überzeugt, dass ich mit meiner tiefen Verbundenheit zu Engelsbrand, meiner Erfahrung aus der freien Wirtschaft, meinem Mut Entscheidungen zu treffen und meinem technischen Fachwissen einen echten Mehrwert für unsere Gemeinde leisten kann. Gerade im Hinblick auf die anstehende Sanierung der Hauptstraße im Ortsteil Engelsbrand bin ich sicher, dass mein technisches Know-how hilfreich sein kann.

PZ-news: Welchem Thema möchten Sie sich als Bürgermeister zuerst widmen?

Carsten Hoffmann: Als Bürgermeister möchte ich mich zuerst den Strukturen und Abläufen in der Gemeindeverwaltung widmen. Denn eine leistungsfähige und serviceorientierte Verwaltung ist das Fundament für eine handlungsfähige Gemeinde. Mir ist wichtig, digitale Angebote auszubauen und gleichzeitig den persönlichen Kontakt im Rathaus zu stärken. Zusammen mit den Mitarbeitenden möchte ich die Verwaltung als zuverlässigen Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger weiterentwickeln.

Sebastian Huber: Ein zentrales Anliegen ist für mich die ortsnahe ärztliche Versorgung. Kurz nach dem ersten Vorstellungstermin der Kandidaten und den dort von mir vorgebrachten Ideen habe ich Gespräche mit einem engagierten jungen Arzt geführt, der bereits in unserer Gemeinde lebt und grundsätzliches Interesse signalisiert hat. Auch verfügbare Räumlichkeiten wurden bereits besichtigt. Nun gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse zügig auszuwerten und gemeinsam eine tragfähige, schnelle Lösung zu entwickeln.

PZ-news: Was wird die größte Herausforderung als Rathauschef?

Carsten Hoffmann: Die größte Herausforderung wird es sein, die finanziellen Spielräume der Gemeinde mit den berechtigten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen. Die Aufgaben der Kommunen wachsen stetig, während Mittel und Personal begrenzt sind. Deshalb braucht es klare Prioritäten, transparente Entscheidungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Finanzmitteln.

Sebastian Huber: Die größte Herausforderung wird sein, meine aus der freien Wirtschaft gewohnte Dynamik, Effizienz und Ergebnisorientierung erfolgreich in die Verwaltungsstrukturen einzubringen.

PZ-news: Sind Sie eher Einzelkämpfer oder Teamplayer? Und wie wirkt sich das auf Sie als Führungsperson aus?

Carsten Hoffmann: Als ehemaliger Handballer bin ich ein leidenschaftlicher Teamplayer. Mein Führungsstil ist daher kooperativ und ich beziehe meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv ein, um eigenverantwortliches Handeln zu ermöglichen. Gleichzeitig gehört zur Führungsrolle auch, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.

Sebastian Huber: Als Selbstständiger arbeite ich aktuell häufig eigenverantwortlich. Dennoch verstehe ich mich klar als Teamplayer. In einer Führungsrolle sehe ich mich als „Kapitän“: Ich gehe voran, arbeite mindestens so engagiert, wie ich es von meinem Team erwarte, und motiviere andere, über sich hinauszuwachsen. Wer Verantwortung übernimmt, braucht Rückhalt. Deshalb gilt für mich: Wer mit guter Absicht handelt und dabei Fehler macht, steht unter meinem Schutz. Führung bedeutet für mich, Orientierung zu geben, Vertrauen zu schaffen und gemeinsam Erfolge zu erreichen.

PZ-news: Wie möchten Sie allen drei Ortsteilen gerecht werden?

Carsten Hoffmann: Mir ist wichtig, alle Ortsteile gleichwertig zu betrachten und ihre jeweiligen Besonderheiten ernst zu nehmen. Als Bürgermeister sehe ich meine Aufgabe darin, regelmäßig vor Ort präsent zu sein, zuzuhören und Anliegen frühzeitig aufzunehmen. Gleichzeitig braucht es transparente Kriterien für Investitionen und Projekte. Entscheidungen müssen nachvollziehbar und sachlich begründet sein, damit deutlich wird: Es geht nicht um Bevorzugung, sondern um eine faire und ausgewogene Entwicklung für die gesamte Gemeinde.

Sebastian Huber: Wir sind „Eine Gemeinde“! Ich möchte die Interessen aller drei Ortsteile gleichermaßen und fair vertreten, damit das auch so bleibt. Nur wenn wir als Einheit handeln, bleiben wir auch in Zukunft stark und lebendig.

PZ-news: Warum sollten die Engelsbrander Sie wählen?

Carsten Hoffmann: Weil ich über 27 Jahre Verwaltungserfahrung mitbringe und weiß, wie kommunale Abläufe funktionieren. Ich kenne die Herausforderungen einer Gemeindeverwaltung – von Haushaltsfragen über Personalführung bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig ist mir Verantwortungsbewusstsein besonders wichtig. Entscheidungen auf kommunaler Ebene betreffen die Menschen direkt. Deshalb werde ich überlegt, transparent und immer mit Blick auf das Wohl der gesamten Gemeinde handeln.

Sebastian Huber: Als gebürtiger Engelsbrander und Familienvater kenne ich unsere Gemeinde nicht nur aus Erzählungen – ich lebe hier, arbeite von hier aus und gestalte hier mein Leben. Ich weiß wie die Dinge in unserer Gemeinde laufen und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Meine Auftraggeber schätzen an mir Zuverlässigkeit, klare Entscheidungen und die Fähigkeit, auch komplexe Herausforderungen strukturiert zu lösen. Genau diese Eigenschaften möchte ich künftig in den Dienst unserer Gemeinde stellen – sachlich, engagiert und mit vollem Einsatz für Engelsbrand.

Pz-news: Wie werden Sie den Wahl-Sonntag verbringen?

Carsten Hoffmann: Den Wahlsonntag werde ich entspannt beginnen – erst einmal ausschlafen, in Ruhe frühstücken und vielleicht etwas Sport machen oder einen längeren Spaziergang. Natürlich werde ich auch selbst mein Wahlrecht bei der Landtagswahl in Anspruch nehmen – und hoffe, dass dies auch viele Bürgerinnen und Bürger Engelsbrands tun. Im Laufe des frühen Abends werde ich dann nach Engelsbrand aufbrechen, um die Wahlergebnisse zu verfolgen.

Sebastian Huber: So lange schlafen, wie es unser eineinhalb Jahre alter Sohn zulässt, Frühstücken und eventuell ein wenig Lego spielen. Noch vor dem Mittagessen die Buchhaltung der vergangenen Woche erledigen. Danach werden wir wählen gehen und für jeden ein Stück Kuchen mitnehmen, der traditionell von örtlichen Vereinen im Wahlbüro angeboten wird. Im Anschluss werden wir, wie fast jeden Sonntag einen ausgedehnten Spaziergang machen. Am Abend werde ich selbstverständlich bei der Wahlveranstaltung im Feuerwehrhaus anwesend sein und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die Ergebnisse verfolgen.