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Friolzheim -  03.03.2026
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Zurückgekauft: Porsche-Flächen bei Friolzheim wechseln wieder den Besitzer

Friolzheim. Gibt es einen Lichtblick für die ehemalige Porsche-Brache? Das zehn Hektar große Areal im Gewerbepark „Heckengäu“ ist wieder im Besitz des Zweckverbandes. Damit einher gehen Gespräche mit einem Erschließungsträger, die am 9. März stattfinden sollen.

2015 hatte Porsche ein zehn Hektar großes Grundstück gekauft. Passiert ist dort lange nichts. Nun ist die Fläche wieder im Besitz des Zweckverbands „Interkom“.
2015 hatte Porsche ein zehn Hektar großes Grundstück gekauft. Passiert ist dort lange nichts. Nun ist die Fläche wieder im Besitz des Zweckverbands „Interkom“. Foto: Meyer

Mit dieser Ankündigung hatte kaum jemand gerechnet: Man wolle „Nägel mit Köpfen“ machen beim ehemaligen Porsche-Areal im interkommunalen Gewerbegebiet, sagte Friolzheims Rathauschef Michael Seiß am vergangenen Freitag vor rund 400 Personen bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl. Am kommenden Montag, 9. März, so Seiß, sollen Gespräche mit einem Erschließungsträger stattfinden.

Es geht um eine zehn Hektar große Fläche im Bereich „Reute“ im gemeinsamen Gewerbegebiet mit Mönsheim, die 2015 an Porsche verkauft worden ist. Ob das jahrelange Ringen nun zu einem Abschluss kommt, bleibt abzuwarten. Grundlegendes ist aber erst einmal erreicht: Die Bemühungen, die Flächen zurückzuerlangen, seien erfolgreich abgeschlossen worden, heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage der Gemeinde Friolzheim.

Großer Name und große Pläne

„Nach guten und in großer Übereinstimmung verlaufenen Verhandlungen zwischen der Verbandsspitze und der Porsche AG sowie den damit verbundenen Gremienbeschlüssen stehen die Flächen nun wieder im Eigentum des Zweckverbands Interkom Friolzheim-Mönsheim.“

Das Ziel: Die Planung und Erschließung der „Reute“ in Verantwortung des Zweckverbands.

Immer wieder hat die „Pforzheimer Zeitung“ über die Fläche und deren Pläne berichtet. Und die Begeisterung war anfangs groß: Der Automobilhersteller war auf der Suche nach Erweiterungsflächen zum langfristigen Ausbau seines Entwicklungszentrums in Weissach. „Wir sehen das als große Chance“, so Bürgermeister Seiß Ende April 2015. Man rechnete nicht nur mit Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch mit 1400 Arbeitsplätzen, die der Autobauer aus Zuffenhausen dort schaffen wollte. Porsche – ein großer Name, aber passiert ist in all den Jahren nichts. Mit den Jahren ist die Euphorie aber der Ernüchterung gewichen. Ging man damals davon aus, dass die Fläche im Nu – innerhalb von zwei Jahren – entwickelt sein wird, war sechs Jahre später von der „Porsche-Brache im Heckengäu“ die Rede. Der damalige Mönsheimer Bürgermeister Thomas Fritsch verwies auf ein Rückkaufrecht des Zweckverbandes, das im Vertrag verankert worden war. Und:

„Das hatten wir so nicht erwartet. Wenn man das vorher gewusst hätte, hätte man damals vielleicht an andere verkauft.“

Interessanter Fakt: Noch vor fünf Jahren hatte Fritsch erklärt, dass ein Erwerb der besagten zehn Hektar finanziell ein „Riesenaufwand“ sei und sich der Verband dies finanziell nicht leisten könne. Doch genau das ist jetzt passiert.

Autobauer nimmt Stellung 

„Porsche hatte vor, das Gewerbegebiet Reute als Zukunftsoption zu erwerben. In der Zwischenzeit hat sich jedoch herausgestellt, dass eine Nutzung und Entwicklung dieser Fläche derzeit nicht realistisch sind. Daher ist eine Rückabwicklung des Kaufvertrags erfolgt. Porsche und die Gemeinden Friolzheim und Mönsheim bleiben im Dialog und in guter Nachbarschaft“, heißt es in einem offiziellen Statement des Autobauers.

Über den Kostenrahmen des Rückkaufs sind derzeit keine Informationen bekannt. Bürgermeister Seiß betont, dass „derlei Details grundsätzlich der Nichtöffentlichkeit unterliegen und daher nicht weitergegeben werden können“.

Zur künftigen Gewerbeansiedlung auf der „Reute“, sagt er, dass dies von der Zweckverbandsversammlung des „Interkom“ zu bestimmen sei und damit mittelbar durch den Gemeinderat in Friolzheim und in Mönsheim. Diese Festlegung stehe noch aus. Der Wunsch sowohl im Friolzheimer Gemeinderat als auch bei ihm selbst gehe aber dahin, vorrangig mit beiderseits ortsansässigen Betrieben mit Flächenbedarf ins Gespräch zu gehen. Daneben halte er ein Angebot für Kleingewerbe und Start-ups ebenfalls für wünschenswert. In Vorbereitung dazu sollen kommende Woche die schon erwähnten Gespräche – zunächst auf Verwaltungsebene – stattfinden.