Heimsheim
Enzkreis -  14.06.2022
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Auf dem Bauernhof Stahl in Mühlacker-Lomersheim dreht sich alles um Gemüse und Obst

Enzkreis/Mühlacker. Was macht die Landwirtschaft im Enzkreis aus? Wer prägt die Kulturlandschaft und produziert unsere Nahrungsmittel vor Ort? Die Artikelserie „Farm-Fenster“ beleuchtet Aspekte der hiesigen Landwirtschaft und ihre Bedeutung für die Menschen in der Region. Der elfte Teil der Reihe widmet sich dem Thema Gemüse- und Obstanbau.

Matthias und Christel Stahl vom gleichnamigen Bauernhof in Mühlacker-Lomersheim. Foto: Enzkreis/Hans Hörl
Matthias und Christel Stahl vom gleichnamigen Bauernhof in Mühlacker-Lomersheim. Foto: Enzkreis/Hans Hörl

Der Blick über die Gemüsefelder und das beschauliche Enztal lädt ein zum Staunen über all das Gute, das die Natur hervorbringt. In der Freude am Säen, Pflanzen, Gedeihen und Ernten arbeitet und lebt Familie Stahl und lädt die Kunden zum Genießen ein.

Die Stahls, das sind die Betriebsleiter Matthias (37, Studium der Agrarbiologie) und David Stahl (30, Techniker der Landwirtschaft), die Eltern Karl und Christel Stahl und ein engagiertes Mitarbeiterteam. Saisonarbeiter unterstützen in den saisonalen Arbeitsspitzen bei der Bewirtschaftung des landwirtschaftlich-gartenbaulichen Betriebes in Lomersheim zusätzlich. „Es ist heutzutage nicht einfach, Mitarbeiter zu gewinnen, und das trifft insbesondere für die Landwirtschaft zu.“ 1960 siedelten die Großeltern der Betriebsleiter aus – wie viele Höfe in dieser Zeit. Familie Stahl begann später, Gemüse für die Industrie anzubauen, was sich aber zunehmend schwierig gestaltete. Die Entwicklung führte über die Jahre weg von der Masse hin zur Vielfalt und weg vom Weltmarkt hin zur Direktvermarktung.

Aus dem Zusammenschluss mit anderen Landwirten entstand der Bauernmarkt Pforzheim, bald ergänzt durch den Verkauf ab Hof. Inzwischen sind der Hofladen in Lomersheim und verschiedene Märkte in der Umgebung (etwa Mühlacker, Pforzheim, Maulbronn, Genussscheune) feste Absatzwege. Ein Verkaufsautomat ermöglicht den Einkauf außerhalb der Öffnungszeiten des Hofladens. Darin sind Milch, Eier und Wurst abgepackt erhältlich. Der Automat wird rege in Anspruch genommen, sogar nachts.

In der näheren Umgebung gibt es keinen Betrieb, der so vielfältig aufgestellt ist. Auf Feldern und Wiesen (zwei Drittel Ackerflächen, ein Drittel Grünland und Streuobst) gedeihen Gras, Heu, Mais und Luzerne für die Tiere, deren Fleisch es an bestimmten Terminen zu kaufen gibt. Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln ermöglichen eine vielfältige Fruchtfolge.

Rund um den Bauernhof Stahl wächst das heimische Gemüse in vielen Farben und Formen: bunte Salate, Kräuter und Kohlgemüse, alle Rüben- und Wurzelgemüse und Zwiebeln. Im Juni gibt es noch den Grünspargel und Rhabarber, dann kommen Erbsen und Bohnen und bald die Sommerfruchtgemüsesorten wie Zucchini, Auberginen, Gurken und Paprika. Melonen erfrischen im Sommer, und auch der Herbst bringt sein Besonderes wie Süßkartoffeln und Kürbisse.

Frau Stahl sagt: „ Für mich ist der Monat Juni der schönste: feines junges Gemüse und die ersten heimischen Beeren!“ Auf dem Beerenfeld der Landwirtsfamilie färben sich Himbeeren und Johannisbeeren. Das Obstsortiment kann sich sehen lassen: Rote, Weiße und Schwarze Johannisbeeren, Josta- und Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren sowie Heidelbeeren, Wasser – und Galía-Melonen. In der Summe werden über hundert Sorten verschiedener Arten angebaut. Aus selbst erzeugten Früchten und der Milch der eigenen Kühe wird Milcheis in verschiedenen Geschmacksrichtungen zubereitet. Familie Stahl wirtschaftet nach den Richtlinien des integrierten und kontrollierten Anbaus.

Autor: pm