Heimsheim
Heimsheim -  26.05.2026
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Dreiste Tat auf Parkplatz an der A8 bei Heimsheim: Diebe schneiden Loch in Lkw und stehlen 1320 Computer

Heimsheim. Während der Fahrer von Pfingstsonntag auf -montag in einem Heimsheimer Hotel Pause macht, räumen Täter seine millionenschwere Ladung aus. Dazu müssen sie selbst ein größeres Fahrzeug auf dem Parkplatz in Stellung gebracht haben. Die Ermittler des Polizeipräsidiums Pforzheim müssen einen rundherum ungewöhnlichen Fall aufklären. Die Täter mussten den Lastwagen aufspüren, das richtige Gerät parat haben, um ein Loch in die Seite des Anhängers zu schneiden, und die Nerven, um die Laptops von zehn Paletten herunter ins eigene Fahrzeug umzuladen.

Heimsheim Egelsee LKW Diebstahl
Heimsheims Gewerbegebiet Egelsee, direkt am A8-Anschluss, wird häufig von Lastwagen angesteuert. Für Anlieferungen oder für kurze Zwischenstopps zum Einhalten der Lenkzeiten. Eine solche Pause ist einem Fahrer zum Verhängnis geworden. Diebe räumten seine Ladung auf einem Hotelparkplatz aus. Schaden: 1,3 Millionen Euro. Foto: Röhr/PZ

„So etwas hat man selten“, sagt Benjamin Koch, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Pforzheim. Und auch bei der Pressestelle des Landeskriminalamts lautet die erste spontane Reaktion: „So was habe ich noch nie gehört.“

Großes Staunen über den Diebstahl, den bisher Unbekannte in der Nacht auf den Pfingstmontag an der A8 bei Heimsheim durchgezogen haben. An einem dortigen Hotel mit 24-Stunden-Check-in hatte der Fahrer eines Sattelschleppers mit in Polen zugelassener Zugmaschine über die Feiertage zur Pause Stopp gemacht. Nichts an den Aufschriften der Spedition deutete auf die wertvolle Ladung im Anhänger hin: zehn Paletten, auf jeder waren 132 Laptops verpackt.

Genau diesen Laster pickten sich Straftäter aber heraus. Die Ermittler des Polizeipräsidiums Pforzheim vermuten nach ersten Erkenntnissen, dass die Diebe selbst ein größeres Fahrzeug auf den Hotelparkplatz gefahren haben, so Sprecherin Anna Schwalbe. Dann machten sie sich nicht etwa an den verschlossenen, verplombten Hecktüren zu schaffen. Stattdessen schnitten sie ein Loch in die Seite des Anhängers. Von einem daneben parkenden Laster aus? Das ist noch Spekulation. Die Ermittlungen auch dazu laufen noch. Jedenfalls luden die Täter die 1320 Computer aus dem Sattelzug ins eigene Fahrzeug und machten sich aus dem Staub.

Atemberaubend ist schon der Schaden, den die Polizei auf rund 1,3 Millionen Euro schätzt.

Aber auch mit Blick auf die Umstände spricht Schwalbe von einem „sehr auffälligen Fall“.

Von ähnlichen Diebstählen hätten die Ermittler bislang keine Erkenntnisse. Auch nicht im weiteren Umfeld. Weiß das LKA Baden-Württemberg von Maschen, die dazu passen könnten? Von Banden, die so vorgehen könnten? Antworten auf entsprechende Anfragen der PZ sind noch in Arbeit.

Denn natürlich lässt einen das bisher bekannte Vorgehen der Täter grübeln. Es klingt nach einer sorgfältig geplanten Tat. Erst einmal muss man einen Lastwagen finden, der eine millionenschwere Ladung hat. Und zwar ohne zuvor viele andere Laster aufzuschneiden, um zu schauen, ob sich ein Beutezug lohnt. Man braucht das geeignete Fahrzeug, um die Ladung wieder zu verstauen – und gute Nerven, weil es dauert, bis 1320 Computer von einem Fahrzeug ins andere getragen worden sind.

Dazu kommt: Der Tatort am Rand des Gewerbegebiets Egelsee ist von außen nicht einzusehen. Nicht von der Zufahrt aus – und auch nicht von der A8. Die Autobahn ist zwar samt dem Anschlussknoten Heimsheim sehr nahe, aber durch einen Grünstreifen blickdicht abgeschirmt. Bei den Unternehmen in der Nachbarschaft war an den Pfingstfeiertagen kein Betrieb, sagen Beschäftigte. Nichts los in der Umgebung. Die Hotelgeschäftsführung selbst möchte zu dem Kriminalfall derzeit nichts sagen.

Zu den meisten Fragen, die man als Beobachter zu dem ungewöhnlichen Diebstahl hat, sagt auch das Polizeipräsidium nichts über die ersten Erkenntnisse hinaus. Vieles wäre noch rein spekulativ. Die Ermittler müssen nun herausfinden, wie genau die Tat abgelaufen ist und wer dafür in Frage kommt.

Zeugen, die Hinweise zu der Tat oder den Tätern geben können, erreichen den Kriminaldauerdienst Pforzheim unter der Telefonnummer (07231) 1 86 44 44.