Heimsheim
Enzkreis -  29.09.2021
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Elektroniker stark gefragter Beruf: Handwerk hat goldenen Boden

Pforzheim/Enzkreis. Vor gut gefüllten Rängen konnte Innungsobermeister Andreas Kling (Eisingen) die Hauptversammlung der Elektro-Innung Pforzheim-Enzkreis eröffnen. Anstelle von Fachvorträgen stand dieses Mal der Informationsaustausch unter Kollegen im Fokus. Dabei zeigte sich, dass die Auftragsbücher voll sind und kein Betrieb in den letzten 18 Monaten Kurzarbeit hat anmelden müssen. „Handwerk ist systemrelevant und ohne Handwerk klappt es auch mit dem Klimaschutz nicht“, so der Obermeister selbstbewusst. Dass die Branche dennoch mit Corona zu kämpfen hat, zeigt sich an der zunehmend auftretenden Materialknappheit und einer bislang beispiellosen Materialverteuerung. Teilweise liege es an kleinsten Kunststoff- oder Metallteilchen, dass ganze Aufträge nicht ausgeführt oder verschoben werden müssten.

Obermeister Andreas Kling (rechts) heißt Philip Kiefer im Vorstand der Elektro-Innung willkommen. Foto: Kreishandwerkerschaft
Obermeister Andreas Kling (rechts) heißt Philip Kiefer im Vorstand der Elektro-Innung willkommen. Foto: Kreishandwerkerschaft

Eine Angebotserstellung werde laut Kling zunehmend zum Lotteriespiel, da der Handel teilweise zwei bis drei Mal am Tag die Materialpreise erhöhe. Überhaupt lasse der Handel das Handwerk zunehmend im Regen stehen. „Und die Politik schiebt immer mehr Verantwortung in Richtung Unternehmer“, so Kling. Greifbare Verbesserungen gibt es bei der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Pforzheim. Ein nach mehreren Gesprächen auf den Weg gebrachtes, digitales Installateurportal soll beiden Seiten künftig die Arbeit erleichtern, wovon in erster Linie auch die Endverbraucher profitieren werden. Laut Joachim Schneider von den Stadtwerken soll das Thema „smart-meter“, also intelligente Stromzähler, im nächsten Jahr weiter vorangetrieben werden. Und auch die Infrastruktur im Bereich E-Mobilität, vor allem im öffentlichen Raum, stehe in der To-do-Liste der SWP weit oben.

Mit 55 Auszubildenden im ersten Lehrjahr hat das Elektrohandwerk in der Region die Spitzenposition aller vor Ort beschulten Handwerke übernommen. Dass Quantität dabei nicht gleich Qualität bedeutet, davon konnte Prüfungsausschussvorsitzender Martin Schotte berichten. Auch bei der diesjährigen Gesellenprüfung lag die Durchfallquote bei über 30 Prozent. Zum Vergleich: über alle Handwerke hinweg lag diese hier in der Region bei nur sechs Prozent. Neu in den Innungsvorstand gewählt wurde Philip Kiefer (Gesellschafter der Firma Elektro-Eckert, Pforzheim). Die Nachwahl wurde notwendig, da Marcus Pfitsch auf eigenen Wunsch hin aus dem Vorstand ausgeschieden war.

Autor: pm