Heimsheim
Enzkreis -  03.04.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Keine größeren Menschenansammlungen an Karfreitag - Beliebte Ausflugsziele in der Region sind dennoch weiterhin vorbereitet

Enzkreis/Kreis Calw. Die Sonne hat am Karfreitag zahlreiche Menschen nach draußen gelockt. Dennoch blieben größere Ansammlungen an touristischen Zielen aus. Das bestätigte die Polizei am späten Nachmittag auf Anfrage der PZ. Auf Besucher an den Feiertagen haben sich beliebte Anlaufstellen vorbereitet.

Derweil ist das Kloster Maulbronn gut besucht. Viele Fahrradgruppen sind unterwegs, Spaziergänge sonnen sich auf den Bänken oder genießen ihr Eis. Foto: Moritz
Derweil ist das Kloster Maulbronn gut besucht. Viele Fahrradgruppen sind unterwegs, Spaziergänge sonnen sich auf den Bänken oder genießen ihr Eis. Foto: Moritz

Das touristische Zugpferd, die Bad Wildbader Sommerbergbahn, fährt nicht – und das bereits seit Mittwoch, 31. März, bis einschließlich Ostermontag, 5. April. Den Tourismusverantwortlichen in der Gemeinde blutet das Herz. Durch die Einstellung des Fahrbetriebs erhoffen sie sich aber, dass der Ansturm auf den Sommerberg über Ostern kontrollierbar bleibt.

„Vielleicht haben wir dann die Chance, über Pfingsten oder am 1. Mai wieder zu öffnen“, hofft Touristik-Chefin Stefanie Dickgiesser.

Auch Hängebrücke und Baumwipfelpfad sind weiterhin geschlossen. Die Wanderwege auf dem Bad Wildbader Hausberg sind selbstverständlich geöffnet. Dickgiesser rechnet damit, dass der Märchenweg oder die Strecke zur Grünhütte stark frequentiert sein werden. Darum empfiehlt sie in den sozialen Netzwerken und auf der Homepage weniger bekannte Strecken, wie den Fautsburg-Rundwanderweg oder den Sulzkar-Rundweg. Sollte sich die Situation über Ostern zuspitzen, kann der Bad Wildbader Polizeiposten eingreifen. Im Einsatz ist auch das Ordnungsamt.

Dobel setzt auf Eigenverantwortung und reaktiviert notfalls Ampel-System: Geschlossen oder außer Betrieb genommen werden kann in Dobel nichts. „Der Wasserturm ist regulär erst wieder ab 1. Mai zugänglich“, sagt Anuschka Pfeiffer von der Tourist-Info. Trotzdem geht sie davon aus, dass übers Osterwochenende viele Gäste nach Dobel kommen werden. Seitdem der Frühling Einzug gehalten hat, steigen bei der Tourist-Info die Anfragen zu möglichen Wanderungen, so Pfeiffer. In der Gemeinde seien wie in anderen Kommunen Schilder aufgestellt worden. Darauf werde darauf hingewiesen, Abstand zu halten, keinen Müll zu hinterlassen und auf den Wegen zu bleiben.

„Ich bin guter Hoffnung, dass sich die Besucher daran halten“, sagt Pfeiffer.

Falls der Ansturm ähnlich wie Anfang des Jahres überhandnimmt, kommt wieder das Ampel-System auf Facebook zum Tragen: Das zeigt Gästen die Auslastung der Parkplätze vor Ort an. Doch Pfeiffer ist sich sicher: „Schlimmer als Anfang des Jahres kann es nicht werden.“

Kloster Maulbronn sieht sich gerüstet: Mit zahlreichen Ausflüglern rechnet man auch im Weltkulturerbe – vorausgesetzt, die Einrichtung muss nicht aufgrund einer Enzkreis-Verordnung wegen Inzidenzwerten jenseits der 100 doch schließen. Alexandra Müller, seit Anfang März neue Chefin des Maulbronner Teams der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG), hat für die Feier- und Urlaubstage Vorkehrungen für großen Andrang getroffen. Abstandshalter sind vor den Kassen angebracht, das Personal wird auf das Einhalten von Abständen und Maskenpflicht achten.

Im Einsatz sind rund fünf Mitarbeiter pro Öffnungstag – Verstärkung könne aber schnell gerufen werden, so Müller, die persönlich vor Ort sein wird. Am Aufblühen ist derzeit die berühmte Magnolie im Kreuzgarten zwischen den Flügeln des gotischen Kreuzgangs. Sollte das Kloster coronabedingt doch schließen müssen, dokumentiert Müller mit ihrem Team die Frühlingspracht mit einem „Blühbarometer“ auf www.kloster-maulbronn.de.

Verhaltensregeln in Naturschutzgebieten

Ob ein Spaziergang oder eine Fahrradtour – Naturschutzgebiete sind beliebte Ziele. Knapp drei Prozent der Fläche des Regierungsbezirks Karlsruhe sind als solche ausgewiesen. Für Naturliebhaber und Ausflügler heißt es: Rücksicht nehmen, denn in den Gebieten hat die Natur Vorrang, so Daniel Raddatz, Referatsleiter des Naturschutzreferats des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Als kleine Orientierung könne folgender „Naturschutzgebiets-Knigge“ dienen:  Informieren Sie sich über die Schutzgebiets-Grenzen auf https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Orientieren Sie sich am offiziellen Wegenetz und bleiben Sie auf den Wegen. Ignorieren Sie Trampelpfade. Suchen Sie außerhalb von Naturschutzgebieten ein nettes Plätzchen zum Picknicken. Rasten Sie in Naturschutzgebieten nur auf den aufgestellten Bänken. Leinen Sie Ihren Hund an. Um die Naturschutzgebiete vor Ort zu erkennen, sind sie mit Schildern gekennzeichnet.