Heimsheim
Enzkreis -  12.11.2021
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Serie „Farm-Fenster“ beleuchtet den richtigen Umgang mit Ackerflächen im Enzkreis

Enzkreis/Maulbronn. Was macht die Landwirtschaft im Enzkreis aus? Wer prägt die dortige Kulturlandschaft und produziert die Nahrungsmittel vor Ort? Die Artikelserie „Farm-Fenster“ beleuchtet Aspekte der hiesigen Landwirtschaft und ihre Bedeutung für die Menschen in der Region. Im sechsten Teil geht es um Herbstarbeiten auf den Feldern und den Höfen.

Ulrich Horsch mit den Azubis Simon Roser und Christine Hopp vor dem Winterweizen-Saatgut. Foto: Friopics/Silas Schüller/Enzkreis
Ulrich Horsch mit den Azubis Simon Roser und Christine Hopp vor dem Winterweizen-Saatgut. Foto: Friopics/Silas Schüller/Enzkreis

Diese Jahreszeit nimmt im Bauernkalender auf den ersten Blick keine herausragende Stellung ein. Die Speicher in den Hallen und Scheunen sind wieder gut gefüllt, denn abgesehen von wenigen Kulturpflanzen wie Zuckerrüben, den letzten Sojabohnen und Körnermais ist die Ernte eingefahren. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die Niederschläge nehmen zu – eigentlich also genau die richtigen Monate für eine kleine Auszeit.

Doch weit gefehlt: An Arbeit mangelt es auf den Höfen nicht, und gerade jetzt werden die ersten Weichen für das kommende Jahr gestellt.

Zeitintensive Herbstarbeiten

Für Ulrich Horsch, Haupterwerbs-Landwirt vom Elfinger Hof bei Maulbronn, sind die Wochen im Herbst jedenfalls ein wichtiges Zeitfenster. Wie bei seinen Kollegen stehen auch bei dem Diplom-Agraringenieur, der sich auf den Ackerbau und die Saatgutvermehrung von Getreide spezialisiert hat, zeitintensive Arbeiten auf der Agenda. Dabei geht es nicht nur um Felder mit bereits gesäten Winter-Kulturen wie Raps oder Roggen, die während der kalten Monate ihr frühes Wachstumsstadium erleben, sondern auch um alle weiteren Ackerflächen.

Diese werden nämlich ebenfalls bewirtschaftet, um im Frühjahr optimale Voraussetzungen für die Sommer-Kulturen zu bieten. „Bewirtschaften“ bedeutet in diesem Fall jedoch nicht nur Säen, Düngen und Spritzen, sondern schließt die Pflege des sensiblen Bodens mit ein. Dazu zählt nach der Ernte im August zunächst eine Form der mechanischen Bodenbearbeitung, die für alle anschließenden Arbeitsschritte unerlässlich ist. „Für die Beseitigung von Ausfallgetreide und Verunkrautung eignet sich der Pflug natürlich gut, aber gleichzeitig stört man so das intakte Bodenleben von der Krume bis in den Unterboden“, erklärt Horsch. Das zeit- und kostenintensive Pflügen sorgt außerdem dafür, dass der Boden an Kohlenstoff verliert und Luft aufnimmt, was der Bodenstruktur und dem Nährstoffgehalt abträglich ist.

Wichtige Bodenschonung

Aus diesen Gründen verzichtet der Landwirt auf seinen 230 Hektar Ackerflächen rund um die gepachtete Staatsdomäne Elfinger Hof auf tiefe Bodenbearbeitung und setzt auf alternative Maßnahmen. Eggen und Grubbern sind Möglichkeiten, die keine großen Furchen hinterlassen und eine bodenschonende Saatbett-Vorbereitung ermöglichen.

Allein damit – und das gilt für alle Maßnahmen – ist es jedoch nicht getan, schließlich spielen im herbstlichen Bewirtschaftungszeitraum noch viele andere Faktoren eine Rolle. Zum einen sind hier die meteorologischen Bedingungen wie Temperatur und Niederschlagsmenge von Bedeutung, zum anderen die Gegebenheiten der jeweiligen Ackerfläche.

Autor: pm/enz