65 Kinder auf der Warteliste: Angedachte Interims-Kita in Illingen wird im Haushalt gesperrt
Illingen. Um die Wartelisten für die Illinger Kinderbetreuung zu verringern, hat die Verwaltung vorgeschlagen, eine flexible und innen variabel gestaltbare Interims-Kita für Kosten von rund 2,8 Millionen Euro zwischen der Illinger Strombergschule und der Firma Winkel zu bauen.
Mittlerweile nennen Bürgermeister Armin Pioch und Hauptamtsleiter Sven Holz diese Einrichtung „Kita an der GMS“ (Gemeinschaftsschule). Im PZ-Gespräch erklärten die beiden, warum diese Kita etwas Besonderes sei. Denn sie entstehe in Modulbauweise und könnte deshalb für zwei Ü3-Gruppen auf rund 700 Quadratmetern Fläche – die zudem variabel gestaltet werden können – schnell Ausweichplatz schaffen, sollte zusätzlicher Bedarf bei der Kinderbetreuung vorhanden sein. Der Bau beinhalte, so erklärte es der beauftragte Planer schon im Januar, einen Stahlrahmen, an dem die Holzwände und der Linoleumboden angebracht sind. Das Gebäude soll zudem auf Blöcken mit Stahlfundament aufgesetzt werden.
Der Vorteil: Dann könnte es später wieder vollständig ab- und woanders aufgebaut werden. Die Bauzeit betrage acht bis neun Monate und die Nutzungsdauer 30 bis 50 Jahre. Zudem, unterstrich Bürgermeister Pioch, könnte der Bau auch für Folgeobjekte, wie neue Klassenzimmer oder Besprechungsräume verwendet werden. „Das ist ein System, das einen Zukunftscharakter hat“, sagte er. Von der flexiblen Modul-Bauart angetan waren fast alle Gemeinderäte, allerdings nicht von den Investitionen zum jetzigen Zeitpunkt. Denn bei den jüngsten Haushaltsanträgen setzten sich die CDU und die UBL mehrheitlich damit durch, den Haushaltsansatz von 2,8 Millionen Euro, gesplittet auf die Jahre 2026 und 2027, mit einem Sperrvermerk zu versehen.
Was bedeutet das? „Ich darf diesen Ansatz nicht bewirtschaften“, erklärte Pioch. Also könnte er im Rahmen seiner Wirtschaftsbefugnis – die im Einzelfall bei 50.000 Euro liege – gar nicht tätig werden. Und dafür schon Planungen beauftragen, was er aber gar nicht wolle.
Und warum haben die beiden Fraktionen auf den Sperrvermerk Wert gelegt? „Wir legen unsere Priorität auf den Neubau der Kita in der Goethestraße“, sagte Sascha Reich als Sprecher der UBL-Fraktion auf Nachfrage. Denn dort soll für 9,2 Millionen Euro Platz für sechs Gruppen (zwei für unter Dreijährige und vier für über Dreijährige) geschaffen werden. Das betreffe rund 120 Kinder. „Wir gehen davon aus, dass dann der Bedarf gedeckt ist“, sagte Reich. Das unterstrich auch der CDU-Fraktionssprecher Andreas Scheuermann und verdeutlichte: „Die Abschreibungen bei unseren Projekten belasten unseren Haushalt sehr.“ Das sehe er als Risikofaktor. Als CDU-Kreisrat merkte er zudem an: „Im Enzkreis gehen wir von sinkenden Kinderzahlen aus.“ Und: „Solange wir noch keine Folgenutzung für diese Kita auf dem Tisch haben, sehen wir die Notwendigkeit für diesen Bau nicht“, sagte Scheuermann.
