Illingen -  22.02.2026
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Verkehrschaos in Illingen: Parken und Fahren wird zum Glücksfall

Illingen. Zum Verkehrschaos führen in Illingen auch die Schützinger- und die Vaihinger Straße. In der jüngsten Illinger Gemeinderatssitzung wurde über die Park- und Verkehrssituation in den innerörtlichen Straßen diskutiert. Dabei ging es auch um die Vaihinger Straße. Denn dort dürfen Lkw über 7,5 Tonnen gar nicht einfahren. Tun sie aber trotzdem. Und die Parksituation, hieß es in der Sitzung, sei dort sowieso schon „katastrophal“.

In der Illinger Bahnhofstraße fließt der Verkehr noch am besten.
In der Illinger Bahnhofstraße fließt der Verkehr noch am besten. Foto: Prokoph

Im PZ-Gespräch mit Bürgermeister Armin Pioch und Hauptamtsleiter Sven Holz soll die Problematik aufgedröselt werden. Vorab: „Wir haben in Illingen als Verwaltung einen ganz eingeschränkten Handlungsspielraum“, sagt Pioch. Und Holz ergänzt: „Wir müssen uns an das geltende Recht halten.“ Denn bei den meistbefahrenen Straßen, wie zum Beispiel innerorts die Bahnhofstraße, die Vaihinger Straße und die Schützinger Straße, handele es sich um sogenannte „klassifizierte“ Straßen. Dazu gehören innerorts auch die Mühlacker Straße, die Kleinglattbacher Straße, die Ensinger Straße sowie die Manfred-Behr-Straße.

„Klassifiziert“ bedeute, dass der Straßenbaulastträger nicht die Gemeinde sei, sondern der Kreis, das Land und der Bund bei der B10 und der B35. „Wir müssen unterscheiden zwischen dem Verkehrskonzept für die Schützinger Straße, das seit Jahren im Gemeinderat thematisiert wird, und dem Parkraumkonzept, das immer aktualisiert wird“, erklärt Holz. Aus ursprünglich 19 Varianten für die Verbesserung in der Schützinger Straße als Kreisstraße K4510 sei mittlerweile Anfang 2026 eine Variante als Auftrag an ein Planungsbüro erteilt worden. Das Konzept soll noch im ersten Halbjahr im Gemeinderat diskutiert werden. Aber: „Tempo 30 dort ist Sache des Landratsamtes“, verdeutlicht Pioch.

Die Geldmittel für einen auf Illingen erweiterten Lärmaktionsplan, unterstreicht der Bürgermeister, hätte der Gemeinderat damals mehrheitlich abgelehnt. Verpflichtend seien hierbei nur die Bundesstraßen B10 und B35 im Bereich der Wohnbebauung untersucht worden. Und: „Es gab noch nie ein Verkehrskonzept für die Vaihinger Straße, das war noch nicht vorgesehen“, ergänzt Holz. In der Vaihinger- und der Mühlacker Straße sei es bisher lediglich um einen Radschutzstreifen gegangen, der vom Gemeinderat aber mehrheitlich abgelehnt worden war. „Wir haben in Illingen eine sehr gute verkehrliche Anbindung, aber der Nachteil davon ist der zunehmende Verkehr“, sagt Pioch.

„Keiner will den Straßenverkehr, aber alle wollen ankommen“, fassen es Pioch und Holz zusammen.

Ein Verkehrskonzept umfasse den fließenden, ein Parkraumkonzept den ruhenden Verkehr. In der Schützinger Straße untersuche der Planer zurzeit, wo und wie effizient geparkt werden könne, damit der Verkehr fließe, ohne dass es zum Stau komme. Die Vaihinger Straße hingegen stelle ein Problem dar. „Da fahren Lkw rein, obwohl sie es über 7,5 Tonnen nicht dürfen“, sagt Pioch. Aber den fließenden Verkehr kontrolliere die Polizei, nicht die Gemeinde. Überdies sei die Vaihinger Straße als Kreisstraße 4579 erst in der zurückliegenden Gemeinderatssitzung durch eine Bürgerin thematisiert worden. Aber: „Um dort Parkraum auszuweisen, brauchen wir den Kreis als Straßenbaulastträger, denn jede Beschilderung, jedes Fahrbahnzeichen und jedes Ge- und Verbot muss mit dem Landratsamt abgestimmt werden“, erklärt Pioch.

Nun hofft der Bürgermeister, dass sich die Ergebnisse des Planers für die Schützinger Straße eventuell auch auf die Vaihinger Straße übertragen lassen. Denkbar wäre, so Pioch, auch, dass der Gemeinderat ein erweitertes Parkraumkonzept für den innerörtlichen Bereich in Illingen beschließe.

Allerdings: „Es ist ein Trugschluss, zu vermuten, dass damit der Straßenverkehr weniger wird“, sagt Pioch.