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Enzkreis -  09.01.2019
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620 mutmaßliche Wolfssichtungen im Südwesten 2018 untersucht

Enzkreis. Der Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Bernhard Brenneis vom Forstrevier Dobel-Eschbach, weiß: Der Informationsbedarf vieler Bürger zu Wolf, Wildkatze, Luchs, Biber und Co. ist enorm. Deshalb hält Brenneis auch gezielt Vorträge – interne fürs Fachpublikum ebenso, wie öffentliche.

Zunächst bleibt es dabei: Aktuell gibt es exakt einen wissenschaftlich gesicherten Wolf, der im Nordschwarzwald dauerhaft unterwegs ist. Symbolbild: dpa-Archiv
Zunächst bleibt es dabei: Aktuell gibt es exakt einen wissenschaftlich gesicherten Wolf, der im Nordschwarzwald dauerhaft unterwegs ist. Symbolbild: dpa-Archiv

Wer sich nicht so lange gedulden will und neugierig auf die neuesten Informationen ist, kann auch an dieser Stelle schon das eine oder andere nachlesen. Die Redaktion gibt – nach Schwerpunkten sortiert – Erkenntnisse aus dem Neujahrsgespräch mit Brenneis wider.

Was macht der Wolf im Nordschwarzwald? Brenneis hält engen Kontakt zu allen Institutionen und hat auch den direkten Draht zur Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg in Freiburg. Für 2018 wurden im Südwesten 620 mutmaßliche Wolfssichtungen registriert und analysiert. Allerdings waren die Erkenntnisse nur in 30 Fällen wirklich eindeutig und erhielten damit in der Systematik die höchste Weihe und können als sogenannter C1-Nachweis eingestuft werden. Nach wie vor handelt es sich bei dem im Nordschwarzwald anzutreffenden Wolf um einen Rüden mit dem Kürzel GW 852 m.

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Wie beurteilen Experten den Fehler des für DNA-Analysen zuständigen Senckenberg-Instituts, ein zweiter Wolf sei im Nordschwarzwald heimisch geworden? Darüber habe man kurz vor und über Weihnachten natürlich unter den Wildtierbeauftragten eingehend diskutiert, so Brenneis. Seine Meinung sei allerdings klar: Fehler könnten auch der renommiertesten Einrichtung passieren. Es gebe keinen Grund, diesem Institut nicht mehr zu vertrauen. Zumal der Fehler hausintern aufgedeckt worden sei.

Welche Wolfsspur ist aktuell im Enzkreis untersucht worden? Ein Siegeltritt (Pfotenspur) bei Iptingen. Dort ist schon einmal ein Wolf nachgewiesen worden. Im aktuellen Fall erfolgte keine eindeutige Zuordnung. Es handelt sich um einen unbestätigten Hinweis (C3).

Eine für die Allgemeinheit zugängliche Abendveranstaltung von Brenneis findet übrigens bei der Volkshochschule Mühlacker am Donnerstag, 28. März, von 19 bis 20.30 Uhr in der Postscheuer in Maulbronn statt. Sie trägt den Titel „Der Wolf im Enzkreis“ (Kursnummer G1109.01). Anmelden kann man sich unter (07041) 876300. Kurzentschlossene können allerdings auch ohne Anmeldung vorbeischauen. Die fünf Euro Teilnehmergebühr werden vor Ort abgerechnet. Brenneis versichert: „Nach meinem Vortrag besteht noch ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion.“

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 10. Dezember in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Peter Marx