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Enzkreis -  11.09.2019
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Die Freibadsaison ist vorbei: Wie war der Besucherandrang? Die PZ zieht Bilanz

Enzkreis. Klaus Melcher hat so früh wie selten einen Strich unter die Zählung der Besucher im Remchinger Schlossbad gezogen. Letzter Badetag war dieses Jahr der 1. September, weil Melcher tags darauf alles vorbereitete für den Umbau des beliebten Schwimmbads. Mittlerweile wird kräftig am neuen Spaßbecken gearbeitet, das einen Strand erhält – aber seinen populären Duschpilz verliert. Die Rutsche wird leicht versetzt, ein neuer Spraypark mit Wasserspielen angelegt. Schwere Betonelemente werden ausgebaggert. In diesem Freibad erscheint einem die Badesaison schon besonders weit entfernt.

Nach den Freibadgästen kommen die Bagger: In Remchingen ist das in diesem Jahr so. Schwimmmeister Klaus Melcher hat hier ein Auge auf den Umbau des Spaßbeckens, das einen Strand erhält. Kaum ist die Saison vorbei, beginnt nicht nur in diesem Bad die Vorbereitung auf die neue. Fotos: Meyer (2)/PZ-Archiv
Nach den Freibadgästen kommen die Bagger: In Remchingen ist das in diesem Jahr so. Schwimmmeister Klaus Melcher hat hier ein Auge auf den Umbau des Spaßbeckens, das einen Strand erhält. Kaum ist die Saison vorbei, beginnt nicht nur in diesem Bad die Vorbereitung auf die neue. Fotos: Meyer (2)/PZ-Archiv

Während die Einrichtung fit für weitere erfolgreiche Sommer gemacht werden soll, ist Schwimmmeister Melcher mit den Zahlen dieses Sommers gar nicht unzufrieden. Exakt 150.190 Badegäste hat er im Computer registriert. Das waren fast 500 mehr als beispielsweise 2017. Und auch im Vergleich zum Vorjahr mit dem immerhin zweitheißesten Sommer aller Zeiten in der Region, schneidet die aktuelle Saison nicht so schlecht ab. Damals waren 187.975 Besucher gezählt worden – aber auch mit einer vollen Woche an lebhaften Badetagen mehr.

Noch bis inklusive Sonntag können Schwimmer ihre Bahnen im Freizeitwellenbad Schellbronn ziehen. Mit den Besucherzahlen zeigte sich der stellvertretende Betriebsleiter Karsten Irion am Dienstag soweit zufrieden. Rund 40.000 Badegäste seien diesen Sommer gezählt worden. Eine Größenordnung mit der zu rechnen gewesen sei. Im Juni hatte der Eichenprozessionsspinner dafür gesorgt, dass das Freizeitwellenbad aus Sicherheitsgründen einige Tage schließen musste.

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Ab Mittwoch und mit Schulbeginn ist das Freibad Mönsheim für diesen Sommer geschlossen. Andreas Scheytt hat die konkreten Besucherzahlen noch nicht vorliegen, weiß aber von zeitweise großem Andrang. Das führt der Mönsheimer Kämmerer darauf zurück, dass das Leonberger Freibad in diesem Sommer wegen einer Sanierung geschlossen geblieben war.

Der Juni war im Freibad Neuenbürg der bestbesuchte Monat. Fast 19.000 Badegäste wurden allein in diesen vier Wochen gezählt. Insgesamt beziffert Jens Schaible vom Steueramt die Besucherzahl in diesem Sommer auf 45.213. Guter Durchschnitt – „wir können uns nicht beschweren“. Seit Sonntag ist das Bad geschlossen. Neuenbürgs Bauamtsleiter Clemens Knobelspies plant, dem Gemeinderat für die kommende Saison eine Neuerung vorzuschlagen – Spinde mit Stromanschluss etwa zum Laden von Handys oder E-Bike-Akkus. Gerade für Radler, die auf dem Enztalradweg unterwegs sind und eine Pause zum Schwimmen einlegen, könnte das eine interessante Nutzungsmöglichkeit sein, meint Knobelspies.

Das Freibad Niefern beendet eine „durchwachsene bis gute Saison“ ebenfalls mit dem Ende der Sommerferien. Insgesamt haben 66.479 Badegäste das Freibad besucht, so Ordnungsamtsleiter Pascal Nouvel. Der neu gestaltete Spielplatzbereich mit einem großen Piratenschiff sei von den Kindern gut angenommen worden. Das Nieferner Hallenbad ist laut einer Pressemitteilung der Gemeinde ab Samstag, 14. September, wieder geöffnet.

Noch ein allerletztes Mal ins kühle Nass springen – das konnten die Besucher des Mühlacker Freibads am Montag dieser Woche. Nun ist das Bad zu. Kaum eine Badesaison verlief laut Kristin Gebauer, stellvertretende Betriebsleiterin der Mühlacker Bäder, so erfolgreich wie die diesjährige. „Wir sind sehr zufrieden mit der Besucherzahl“, betont Gebauer. Insgesamt wurden vom 1. Mai bis zum 9. September 113.688 Freibadgäste gezählt.

Aufgrund des heißen Sommers im vergangenen Jahr waren es 2018 mit rund 127.000 Besuchern noch etwas mehr. „Beklagen kann man sich aber nicht“, meint Gebauer. Auch sonst zeigt sich die stellvertretende Betriebsleiterin überaus zufrieden mit dem Verlauf der Saison. „Alle Mitarbeiter haben ihr Bestes gegeben.“ Und so konnten schlimmere Badeunfälle über die Sommermonate hinweg vermieden werden. „An heißen Tagen mit viel Besucherandrang konnten wir zudem eine Rettungsschwimmerin dazuordern“, so Gebauer. Darüber hinaus hatte das Freibad-Team in Mühlacker viel Unterstützung von der örtlichen Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Einmal musste ein Rettungswagen kommen, weil sich ein Kind das Handgelenk gebrochen hatte, als es von einem Spielgerät gefallen ist. Außer diesem Vorfall gab es noch einen Insektenstich mit allergischer Reaktion und einen Kreislaufzusammenbruch, fasste Gebauer zusammen. Aggressives Verhalten gegenüber dem Aufsichtspersonal musste in Mühlacker hingegen glücklicherweise nicht beobachtet werden.

Zufrieden mit der Badesaison sind auch die Verantwortlichen des Freibads in Knittlingen. Weil der letzte Badetag für dieses Jahr dort aber noch aussteht – das Saisonende ist für Sonntag, 15. September, angesetzt – kann noch keine endgültige Bilanz gezogen werden. Jedoch zeichnet sich auch in Knittlingen ab, dass die Besucher dem Bad die Treue gehalten haben. Und das, obwohl die Freizeiteinrichtung bereits seit Jahren auf eine umfangreiche Sanierung wartet.

Autor: Alexander Heilemann, Nadine Schmid und Laura Cichecki