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Enzkreis -  25.03.2019
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Dreiste Diebe haben Fußballkabinen im Visier – zahlreiche Fälle im Enzkreis

Enzkreis/Karlsruhe. Alleine im März hat es Kicker in Nöttingen und in Singen getroffen, Fußballer aus Ittersbach oder aus den Straubenhardter Teilorten Ottenhausen oder Feldrennach. Diebe passten die Trainingszeit der Sportler ab, schlichen sich in die unverschlossenen Kabinen, durchwühlten Sporttaschen und Jacken und stahlen Bargeld, Smartphones, zum Teil auch Kleidungsstücke.

Symbolbild dpa
Symbolbild dpa

Seit 1. Januar weiß die Polizei von zwölf derartigen Fällen im Enzkreis und in Pforzheim. Darunter waren Diebstähle in Pforzheims Oststadt, auf der Wilferdinger Höhe, in Gräfenhausen, ein weiterer Straubenhardter Fall und einer in Ötisheim.

Das Vorgehen der Diebe ist immer praktisch gleich. Dazu kommt, dass die Tatorte bis auf Ötisheim einander auffällig nahe sind – im Westen der Region. Spricht das dafür, dass da immer die gleiche Tätergruppe am Werk ist, die die Fußballer ins Visier genommen hat? Dieser Verdacht sei nach den bisherigen Erkenntnissen „durchaus naheliegend“, sagt Ralf Minet, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Es komme gerade bei Diebstählen immer mal wieder vor, dass sich schnell ganze Serien von Taten entwickeln. Der Umkehrschluss: Kommen die Ermittler den Tätern auf die Schliche, dann sind gleich reihenweise Fälle aufgeklärt.

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Noch freilich läuft die Suche und die Polizei hofft weiter auf Hinweise von Zeugen. In Nöttingen hatte eine Frau zwei dunkel gekleidete Gestalten gesehen, die damals gegen 20.45 Uhr durch den offenen Stadioneingang in Richtung der Kabinen gelaufen seien. Ralf Minet ist zuversichtlich: Aus Sicht der Täter sei gerade bei Sportanlagen die Gefahr groß, doch einmal entdeckt zu werden. Allerdings: Weil sie in der Regel unverschlossene Räume im Visier halten, gelten die Taten nicht als Einbrüche, sondern als einfache Diebstähle – mit einer entsprechend geringeren Strafandrohung für überführte Täter. Hätten sie keine langen Vorstrafenregister, würden solche Taten oft eher mit Geldstrafen geahndet, so Minet.

Wichtig ist der Polizei, dass die Sportvereine sich der Gefahr bewusst sind, Ziel der Diebe werden zu können. Die Empfehlungen seien in der Regel ohne großen Aufwand umzusetzen, so Minet. Wo immer möglich solle man Kabinentüren oder Spinde abschließen. Wertsachen würde er derzeit zu Hause lassen. Oder man könne alles in eine Tasche packen, die man dann unter Aufsicht am Spielfeldrand oder beim Clubhauswirt deponiert. Die betroffenen Vereine kennen solche Maßregeln natürlich und setzen sie um, so weit es geht.

Die Polizei bittet Personen, die Verdächtiges zu den Kabinendiebstählen gesehen haben, sich ans nächste Polizeirevier zu wenden.

Autor: Alexander Heilemann