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Enzkreis -  09.04.2019
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Engelsbrand und Remchingen: Wachsame Bürger bremsen falsche Polizisten aus

Engelsbrand/Enzkreis. Am Telefon haben Unbekannte Ende vergangener Woche Senioren in Engelsbrand und Remchingen einzuschüchtern versucht, um sie zum Abheben hoher Geldsummen zu bewegen. Am Ende witterten die Betroffenen oder deren Umfeld die Gefahr. Der Betrugsversuch flog auf.

Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa

Wenn ein vermeintlicher Polizist bei Senioren anruft, ihnen Angst vor Einbrechern macht und sie auffordert, Geld abzuheben, um es zu „sichern“, gilt Alarmstufe Rot. Hinter solchen Meldungen stecken Betrüger, die es auf das Vermögen älterer Bürger abgesehen haben. In Engelsbrand, wo am vergangenen Donnerstag gleich acht falsche Polizeianrufe registriert wurden, haben die Betroffenen die Gefahr gewittert und die echte Polizei eingeschaltet. Sie blieben vor Schäden genauso bewahrt wie Remchinger, bei denen die Masche tags darauf versucht wurde.

Doch die Falle ist raffiniert, wie ein Engelsbrander der PZ schildert. Er sei von Anfang an skeptisch gewesen, doch der Anrufer habe in einem langen Gespräch sehr überzeugend gewirkt. Man habe seine Adresse bei einem Einbruchsverdächtigen gefunden, habe der Mann behauptet. Für eine vermeintliche Fangschaltung sollte der Engelsbrander in der Leitung bleiben. Endgültig aufgelegt habe er erst, als er 18000 Euro von der Bank holen sollte. Ein Anruf bei der Polizei in Karlsruhe habe den Betrugsversuch bestätigt.

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Mit Präventionsarbeit versucht die Polizei, mögliche Betroffene vorzuwarnen, aber auch Banken oder Familienangehörige. Meist mit Erfolg wie jetzt in Engelsbrand, so Polizeisprecher Frank Otruba. Im Jahr 2018 hätten im Präsidiumsgebiet die Betrüger nur 15 Mal Erfolg gehabt. Doch wenn, dann sei der Schaden groß: In diesen 15 Fällen wurden Menschen um insgesamt über 350000 Euro geprellt.

Autor: Alexander Heilemann