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Enzkreis -  15.03.2019
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Enzkreis zeigt sich in Sachen Jugendhilfe gut aufgestellt

Enzkreis. Echte Top-Zahlen präsentierte Kathrin Kratzer vom Kommunalverband für Jugend und Soziales im Jugendhilfeausschuss des Enzkreises, als sie über die Entwicklung erzieherischer Hilfen für Kinder und Jugendliche berichtete.

Symbolbild: PZ
Symbolbild: PZ

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit besonderem Betreuungsbedarf nahm von 2011 bis 2017 im Enzkreis deutlich weniger zu (plus 24 Prozent), als im vorangegangenen Sechs-Jahres-Zeitraum (plus 77 Prozent). Bemerkenswert war für die Expertin auch die Verschiebung zwischen den Arten von Erziehungshilfe: Fälle nicht-stationärer Betreuung nahmen um rund ein Drittel zu, Hilfen in Pflegefamilien und Heimerziehung waren um elf Prozent rückläufig.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung liege der Enzkreis auch bei den Kosten für erzieherische Hilfen um etwa ein Drittel unter dem Landesdurchschnitt, während etwa die Aufwendungen im Stadtkreis Pforzheim dreimal so hoch sind. Als Vergleichswerte werden hier die Kosten pro Kopf der unter 21-jährigen Kreiseinwohner herangezogen. Positiv vermerkte die Fachfrau auch, dass im Berichtszeitraum die personelle Ausstattung der sozialen Dienste im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt worden sei, der Enzkreis also auf diesem Gebiet „sein Profil geschärft“ habe und sich nunmehr im Landesdurchschnitt bewege.

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Nachholbedarf sieht die Berichterstatterin indes im Bereich der Schulsozialarbeit: Der Kreis und die Kommunen sollten über eine Stärkung dieser Strukturen diskutieren, bilde die Schulsozialarbeit doch eine wichtige Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Schule.

Jugendamtsleiter Wolfgang Schwaab sprach von einer „großen Bestätigung“ dafür, sich auf dem richtigen Weg zu befinden – was sich auch in niedrigen Kosten niederschlage, die im bundesweiten Vergleich am unteren Level lägen. Der Jugendamtsleiter wies darauf hin, dass sich bei der teuren Heimerziehung die Kosten reduzierten – Ursache hierfür seien zunehmend kürzere Verweilzeiten in den Einrichtungen. Hier fielen im vergangenen Jahr rund 5,8 Millionen Euro an, 11,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Hingegen stiegen die Ausgaben für die Unterbringung in Pflegefamilien um knapp 14 Prozent auf gut zwei Millionen Euro.

Autor: ko