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Enzkreis -  16.06.2019
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Immer mehr Wasser nötig: Entwicklungen bereiten den Bauhöfen Sorgen

Wechselhaftes Wetter bestimmte die vergangenen Tage. Das Thermometer schrammte bereits an der Marke von 30 Grad und wenige Tage später diktierten Regenschauer das Geschehen. Vielerorts waren die Niederschläge ein echter Segen, denn im vergangenen Jahr hatten die Bauhöfe aufgrund der trockenen Witterung allerhand zu tun.

Nicht nur Barbara Rabold vom Bauhof in Straubenhardt hat derzeit einiges zu tun. Das Thema der Bewässerung hat in den Bauhöfen der Region in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.  Meister
Nicht nur Barbara Rabold vom Bauhof in Straubenhardt hat derzeit einiges zu tun. Das Thema der Bewässerung hat in den Bauhöfen der Region in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Meister

Die „Pforzheimer Zeitung“ hat sich in den Bauhöfen der Region umgehört, wie die Entwicklungen für das aktuelle Jahr sind:

In Straubenhardt halten sich die Auswirkungen in diesem Jahr in Grenzen. „Die Vegetation ist deutlich üppiger, als im vergangenen Jahr“, so Bauhofleiter Kurt Boeuf. Laut Boeuf war die Trockenheit 2018 bereits im März zu spüren und hat sich auf das komplette Jahr ausgewirkt. Bis in den November hinein mussten die Grünanlagen gepflegt werden und waren von der Hitze braun gefärbt. Zwar sei eine Tendenz schwierig, doch die Zukunft bereite ihm durchaus Sorgen. „Im Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre, hat sich die Lage deutlich verändert“, warnt er. Insbesondere am Baumbestand sind laut Boeuf Spuren der Trockenheit erkennbar. Eine Wasserknappheit sei nicht auszuschließen. Derzeit liegt der Fokus vor allem auf der Bewässerung der Neupflanzen. Diese benötigen regelmäßig viel Wasser, bis sie ein festes Wurzelwerk aufgebaut haben. Hingegen seien ältere Pflanzen durchaus in der Lage auf Schonbetrieb zu stellen.

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Ähnliches berichtet Fritz Ochner vom Bauhof in Höfen. Auch dort halten sich die Spuren in diesem Jahr im überschaubaren Bereich. „Sicher ist, dass wir diese Problematik vor einigen Jahren noch nicht hatten“, gibt Ochner zu bedenken und verweist dabei auf die sichtbaren Auswirkungen im Waldbereich. Innerorts sind die Bauhofmitarbeiter häufiger mit Gießen beschäftigt. Einen höheren Arbeitsaufwand erkennt Ochner aber nicht. Die Arbeiten hätten sich mehr verlagert. Da Höfen über eine eigene Wasserquelle verfügt hat sich das Problem der Versorgungssicherheit bisher nicht ergeben. „Bis auf den Sportplatz bewässern wir alles mit Quellwasser“, so Ochner.

In Mühlacker hingegen scheint die Trockenheit in diesem Jahr einen größeren Einfluss hinterlassen zu haben. „Vor allem die Anlagen entlang der Enz sind merklich trockener“, erklärt der Leiter des Umwelt- und Tiefbauamts, Holger Weyhersmüller. Deshalb sind die Mitarbeiter des Bauhofs deutlich früher im Jahr mit der Wässerung beschäftigt. „Die Gießzyklen haben zugenommen“, so Weyhersmüller. Von der Beschränkung der Wasserentnahme aus der Enz im vergangenen Jahr waren die Bauhöfe nicht betroffen, da alternative Möglichkeiten der Wasserversorgung zu Verfügung stehen. „Ohnehin ist es nicht die Regel, dass wir Wasser aus der Enz entnehmen“, erklärt Weyhersmüller. Bisher haben die Bauhöfe ihre Bepflanzungsmuster nicht verändert. Laut Weyhersmüller und Boeuf ist es aber vorstellbar, dass man sich darüber in Zukunft Gedanken machen muss. „Überlegungen gab es bereits“, so Boeuf. Über höhere Kosten können sich die Gemeinden bisher nicht beklagen. Aber auch hier müsse man die Tendenz für die kommenden Jahre abwarten.

Autor: Stefan Meister