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Ispringen -  26.06.2026
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Ispringer Gemeinderat bringt Weglanden auf den Weg

Ispringen. Rechnet man die bereits vorliegenden Gutachten dazu, hat das Dokument insgesamt mehr als 350 Seiten: mit viel Text, einigen Grafiken, Bildern und Tabellen. Der städtebauliche Entwurf ist aber nicht nur ein dicker Wälzer, sondern auch ein großer Schritt auf dem Weg zu dem neuen Wohngebiet, das dereinst am Ispringer Ortsrand in etwa dort entstehen soll, wo sich die Nussbaumstraße befindet.

Am Ortsrand von Ispringen, bei der Nussbaumstraße, könnte dereinst das Neubaugebiet „Weglanden“ entstehen. An dem Vorhaben gibt es allerdings weiterhin Kritik.
Am Ortsrand von Ispringen, bei der Nussbaumstraße, könnte dereinst das Neubaugebiet „Weglanden“ entstehen. An dem Vorhaben gibt es allerdings weiterhin Kritik. Foto: Nico Roller

Gebilligt hat ihn der Gemeinderat am Donnerstagabend nicht einhellig, sondern bei drei Gegenstimmen der Liste Mensch und Umwelt, die das unter dem Namen „Weglanden“ bekannte Gebiet kritisch sieht, zumindest in seinem aktuellen Zuschnitt. In der Sitzung hatte die Fraktion versucht, für eine Verkleinerung zu werben, letztlich ohne Erfolg. Was Matthias Hilligardt als „eine Art Friedensangebot“ bezeichnete, stieß bei den meisten seiner Ratskollegen auf wenig Gegenliebe. Konkret ging es ihm darum, das Plangebiet im östlichen Bereich zu reduzieren, vor allem aus ökologischen Gründen und wegen der klimatischen Verhältnisse. Beim Kaltluftabfluss erkennt Hilligardt dort „eine Art Rinnensituation“, die er auf jeden Fall erhalten will, gerade mit Blick auf die immer heißer werdenden Sommer. Zudem verwies er auf besonders geschützte Biotope, große Artenvorkommen und Mähwiesen, die sich aus seiner Sicht an anderer Stelle nur schwer ausgleichen lassen würden.

Die LMU schlägt stattdessen vor, in diesem Bereich die Ausgleichsmaßnahmen für den Rest des Gebiets vorzusehen. Hilligardt machte in der Ratssitzung keinen Hehl daraus, dass seiner Fraktion das Unterbreiten des Kompromissvorschlags nicht leichtfällt. Denn er geht davon aus, dass sie sich damit weder bei den „Weglanden-Fanatikern“ beliebt macht, noch bei der Bürgerinitiative, die sich gegen das Gebiet ausspricht. Hätte der Gemeinderat ihrem Antrag zugestimmt, wäre die LMU-Fraktion laut Hilligardt bereit gewesen, das dadurch flächenmäßig reduzierte Gebiet künftig mitzutragen.

Doch dazu kam es nicht: Die Mehrheit des Rats lehnte den Antrag ab. Auch Manuel Linkenheil (SPD), für den die „Ampel weiterhin auf Grün“ steht. Denn aus seiner Sicht haben die eingeholten Gutachten weder „ein K.o.-Kriterium“ zutage gefördert noch eine Empfehlung für eine Verkleinerung formuliert. Für ihn macht es keinen Sinn, „alles wieder auf Anfang zu setzen“. Aus Linkenheils Sicht hat der Gemeinderat zu den aktuellen Ausmaßen mit einer Zweidrittel-Mehrheit einen Beschluss gefasst, den auch der knapp ausgegangene Bürgerentscheid anschließend nicht revidiert hat. rol