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Enzkreis -  14.04.2019
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Landratsamt Enzkreis korrigiert sich auf PZ-Nachfrage: Bei Waldwegen wurde doch schon belastetes Material gefunden

Pforzheim/Enzkreis. Irritiert zeigten sich Leser aus dem westlichen Enzkreis, als die Redaktion in ihrem Format „Leser wollen’s wissen“ das Enzkreis-Landratsamt in dem Sinne zitierte, dass im Enzkreis kein Fall von belastetem Bauschutt im Waldwegebau bekannt sei. Und tatsächlich: Beim Landratsamt ist die Antwort nach einer erneuten Anfrage nun eine deutlich andere.

Deckblatt einer Birkenfelder Gemeinderatsvorlage: Der damalige Fall kochte nun wieder hoch aufgrund einer PZ-Anfrage ans Landratsamt. Foto: privat
Deckblatt einer Birkenfelder Gemeinderatsvorlage: Der damalige Fall kochte nun wieder hoch aufgrund einer PZ-Anfrage ans Landratsamt. Foto: privat

Nach Hinweisen aus der Leserschaft bestätigte Enzkreis-Umweltamt nun einen Altfall aus Birkenfeld und ein kleineres Vorkommnis in Niebelsbach.

Hintergrund der ursprünglichen PZ-Anfrage war ein vom SWR recherchierter Fall von Waldwegen rund um Heilbronn, bei denen Umweltschützer Material mit krebserregenden Stoffen gefunden hatten. Die Leser sandten unter anderem eine alte Anlage zu einer Sitzung des Birkenfelder Gemeinderats ein. Dabei ging es um ein Gutachten des Ingenieurbüros Engel aus dem Jahr 2005 zur Auffüllung des Forstwirtschaftsweges im Distrikt I Oberer Wald in Birkenfeld.

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Axel Frey, der Leiter des Enzkreis-Umweltamts, sieht die Hinweise der Kritiker differenziert. Die Redaktion zitiert aus dem Antwortschreiben: „Bei dem damals auf Gemarkung Birkenfeld zum Bau eines Forstwirtschaftswegs eingebauten Material handelte es sich um Erdaushub und nicht um Bauschutt. Der Erdaushub selbst hatte geringe Anteile an Bauschutt beziehungsweise Straßenaufbruch und zwar ein bis maximal drei Prozent.“ Die durchgeführte Feststoffanalytik habe damals tatsächlich an mehreren Stellen eine unzulässige Schadstoffbelastung in den Proben ergeben. Die analysierten PAK-Belastungen (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) stammten von den Anteilen des Straßenaufbruchs. Eine Trennung des Straßenaufbruchs vom Erdmaterial sei nicht mehr möglich, daher sei das Bodenmaterial aufgrund der Lage des Forstwirtschaftswegs in der Zone III B des Wasserschutzgebiets Pfinztal auch auf dessen Grundwassergefährdung hin untersucht worden. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Untersuchungen und des im Bereich des Waldwegs vorhandenen tonigen Untergrunds sei damals gutachterlich festgestellt worden, so Frey, „dass von dem eingebauten Erdmaterial keine Grundwassergefährdung ausgeht“.

Auch das Umweltamt sei damals nach Prüfung des Gutachtens zum gleichen Ergebnis gekommen. Auf eine Verpflichtung zum Rückbau des Waldwegs sei aus Verhältnismäßigkeitsgründen verzichtet worden. Die Recherche habe einen „weiteren kleinen Fall in Keltern Anfang 2014“ ergeben, der im Umweltamt in Bearbeitung war.

Mehr lesen Sie am 13. April in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Peter Marx