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Enzkreis -  22.08.2019
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Leserfrage: Was tun mit unerwünschter Post oder ungewollten Paketen?

Zuletzt hatten sich PZ-Leser aus Keltern und Birkenfeld beklagt, dass die Post gar nicht – oder zumindest nicht wie gewünscht – zugestellt wird. Ein ganz anderes Problem hat Bernhard Jochim aus Königsbach-Stein: Er bekomme Pakete, deren Inhalt er gar nicht bestellt habe. Die Post lehne eine kostenfreie Rücksendung jedoch ab. Nun fragt Jochim, was er tun könne, weil er die Sendung weder annehmen, noch bezahlen wolle. Die PZ hat sich bei der Pressestelle der Post informiert.

Bergeweise Pakete werden Tag für Tag ausgeliefert – darunter auch unerwünschte. Foto: Berg/dpa-Archiv
Bergeweise Pakete werden Tag für Tag ausgeliefert – darunter auch unerwünschte. Foto: Berg/dpa-Archiv

„Wenn Ihr Leser eine Sendung nicht haben will, beziehungsweise nicht bestellt hat, dann sollte er die Annahme verweigern. Er kann auf keinen Fall verlangen, dass wir eine Sendung, die er angenommen hat, nachher wieder kostenlos zum Absender zurückbringen“, teilt die Post auf Anfrage der PZ mit. Sie rät dem Betroffenen, sich direkt an das Unternehmen zu wenden, von dem er keine Pakete mehr wolle: „Dazu muss er den Absender anschreiben und ihm dies mitteilen.“

Was aber, wenn das nicht hilft? Was genau muss ein Kunde tun, um die Annahme einer Sendung zu verweigern? Normalerweise landet die ja ungefragt im Briefkasten oder im Falle eines Päckchens am vereinbarten Ablageort. Ist es dann zu spät? Dazu sagt die Pressestelle der Post nichts.

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PZ-Recherchen haben aber ergeben: Man kann die Annahme sowohl von Briefen als auch von Paketen verweigern. Erwischt man den Austräger direkt, kann man ihm die Annahmeverweigerung mitteilen und er nimmt die Sendung wieder mit – kostenlos. Bei einem Paket darf man dann nicht auf dem Handcomputer unterschreiben, den einem der Bote üblicherweise unter die Nase hält.

Ist die Sendung bereits im Briefkasten oder am vereinbarten Ablageort gelandet? „Annahme verweigert“ draufschreiben und in den nächsten Briefkasten werfen oder zur Post bringen. Das geht aber nur, solange die Sendung nicht geöffnet wurde. Auch damit sind keine Kosten verbunden.

Hat der Nachbar stellvertretend ein Paket angenommen, das man gar nicht bestellt hat, ist man auf die Kulanz der Post angewiesen. Mit der „Ersatzzustellung“ gilt das Paket nämlich als angenommen. Eine nachträgliche Verweigerung ist nicht mehr möglich. Aber wer das ungeöffnete, unbeschädigte Paket am selben Tag noch zur Postfiliale zurückbringt, kann mitunter Glück haben.

Auch die Nichtabholung bereitliegender Pakete bei der Post gilt als Annahmeverweigerung. Sie werden dann nach einer gewissen Frist zurückgeschickt. Aber Vorsicht: Wer etwas bestellt hat, das aber jetzt nicht mehr haben möchte, sollte nicht einfach die Annahme verweigern, denn dies gilt nicht als Widerruf des Kaufs. Der Verkäufer kann dann eine Annahmefrist setzen.

Autor: ben