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Enzkreis -  23.04.2019
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Lieferschwierigkeiten und Softwareprobleme: Abellio startet in der Region komplett mit Leihmaterial

Enzkreis. Jetzt ist klar, dass die in Stuttgart ansässige Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH zum Regionalstart im Juni nicht mehr auf den Hersteller Bombardier setzt. Schon im Februar war durchgesickert, dass aufgrund von Lieferschwierigkeiten die ursprünglichen Materialpläne in Verzug geraten waren. Nun ist die gesamte Beschaffungspolitik zunächst Makulatur. Bei Abellio wird somit aus Plan B die Krisenbewältigungsalternative C.

Zu Ausbildungszwecken befindet sich eine Talent 2-Einheit von Abellio seit geraumer Zeit in Pforzheim. Doch zum Start im Juni gibt es zu wenig von diesen Zügen. Kooperationsabkommen mit anderen Firmen werden dazu führen, dass Abellio pünktlich beginnen kann, aber in der Region übergangsweise nur mit Fremdmaterial. Foto: Ketterl
Zu Ausbildungszwecken befindet sich eine Talent 2-Einheit von Abellio seit geraumer Zeit in Pforzheim. Doch zum Start im Juni gibt es zu wenig von diesen Zügen. Kooperationsabkommen mit anderen Firmen werden dazu führen, dass Abellio pünktlich beginnen kann, aber in der Region übergangsweise nur mit Fremdmaterial. Foto: Ketterl

Nach Auskunft von Abellio-Sprecherin Hannelore Schuster genießt „die Umsetzung des geplanten Mobilitätsangebots aber weiterhin volle Priorität“.

Weiter heißt es in der Mitteilung von Abellio: „Wir planen unsere Betriebsaufnahme komplett mit Leihfahrzeugen anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen und stehen in konstruktiven Gesprächen mit der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), der agilis Verkehrsgesellschaft sowie mit DB Regio, um für einige Monate die insgesamt 15 benötigten Triebzüge zu entleihen. Die Verhandlungen machen gute Fortschritte und wir sind optimistisch, ausreichend Ersatzfahrzeuge zu erhalten.“ Mit AVG und agilis stehe man kurz vor dem Vertragsabschluss.

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Bei den Ersatzfahrzeugen handele es sich laut Schuster „um moderne Fahrzeuge, die zum Teil bereits heute auf den Linien eingesetzt werden.“ Der künftige Fahrplan bleibe nahezu unverändert. Durch das Ausweichen auf Ersatzfahrzeuge werde es allerdings auf einigen Verbindungen zu einem verringerten Sitzplatzangebot kommen. Auf einigen anderen Fahrten wiederum würden die Kapazitäten steigen.

Sauer ist man beim VCD-Landesverband. In einer Stellungnahme heißt es beim ökologischen Verkehrsclub: „Am 9. Juni hätte rund um Stuttgart und besonders auf der Residenzbahn nach  Pforzheim ein neues Kapital im Schienenpersonennahverkehr beginnen sollen.“ Doch nun sehe es so aus, als ob ein Betreiber ohne neue Fahrzeuge an den Start gehen müsse und der Altbetreiber DB Regio und andere Verkehrsunternehmen mit Fahrzeugen aushelfen müssten. Grund hierfür sei die wiederholte Unzuverlässigkeit des Triebfahrzeugherstellers Bombardier, „der bislang weder die notwendige Zulassung vorweisen“ könne, „noch die benötigte Zahl der Fahrzeuge gebaut hat“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb verärgert fest. Lieb weiter: „Die Fahrgäste in Baden-Württemberg leiden seit Jahren unter den Fahrzeugmängeln von Bombardier.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 24. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Peter Marx