Ispringen
Enzkreis -  10.04.2019
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp
Anzeige

Nach Fällen in Pforzheim und Enzkreis: Scheinehen als Geschäftsmodell

Enzkreis. Sechs Wohnungen hat die Polizei am Montagmorgen durchsucht, im Enzkreis unter anderem in Königsbach-Stein, aber auch in Pforzheim, Bruchsal und Esslingen. Eine Gruppe von 25 Personen überwiegend pakistanischer Herkunft hatten die Ermittler im Visier. Ein 38-Jähriger wurde verhaftet.

Symbolbild: Pixabay
Symbolbild: Pixabay

Es bestehe der „Verdacht des Verstoßes gegen das Freizügigkeitsgesetz der EU“, heißt es vonseiten der Polizei. Sprich: Gegen Geld sollen sie Inder und Pakistani mit EU-Bürgerinnen aus Bulgarien in Scheinehen verkuppelt haben, um so den Männern das begehrte, dauerhafte Bleiberecht in Deutschland zu verschaffen.

Mit eingebunden in die Polizeiaktion war auch die Ausländerbehörde des Enzkreises, bestätigt die Pressestelle des Landratsamts auf Anfrage der PZ. In der Region sei dies der erste Fall von vermuteter Schleuserkriminalität seit über 20 Jahren.

Anzeige

Bundesweit scheint die Vermittlung solcher Scheinehen ein lukratives Geschäftsmodell für die kriminellen Schleuser zu sein, wie zahlreiche Fälle aus den vergangenen Jahren zeigen. Dabei wurde mehrfach berichtet, dass die international agierenden Banden pro Einsatz 15.000 bis 20.000 Euro kassieren sollen.

„Was Scheinehen angeht, haben wir im Enzkreis mehrmals im Jahr Verdachtsfälle“, sagt die zuständige Dezernentin des Landratsamts, Hilde Neidhardt. Dann werde beispielsweise intensiv geprüft, ob und woher sich die Ehepartner kennen. Vielfach erweise sich der Verdacht als unbegründet, „wir sind aber auch schon auf manche Scheinehe gestoßen“, so Neidhardt.

Mehr lesen Sie am 11. April in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Mehr dazu: Razzia gegen Kuppler - Pakistani und Inder mit Bulgarinnen verheiratet

Autor: Sven Bernhagen