Neuer Ordnungshüter in Ispringen: Jürgen Häge geht gegen Falschparker, Müll und Elterntaxis vor
Ispringen. Der Ton macht die Musik: So oder so ähnlich könnte der Wahlspruch von Jürgen Häge lauten. Der neue Gemeindevollzugsbedienstete ist seit vier Monaten in Ispringen im Einsatz – am Donnerstag stellte sich GVD Jürgen Häge bei der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vor.
Der 54-Jährige ist ehemaliger Zeitsoldat und Betriebswirt, er stammt ursprünglich aus Karlsruhe, lebt aber seit mehr als 20 Jahren in Ispringen. Hier hält er Behindertenparkplätze und Gehwege frei, außerdem lässt er wilde Müllhalden beseitigen und zügelt die grassierenden ‚Elternshuttle‘. Vieles reguliert er nach eigener Aussage, „auf dem kleinen Dienstweg“, beispielsweise bei allzu üppig wuchernden Gartenhecken an Geh- und Verkehrswegen verteilt er bevorzugt Flyer, statt Geldbußen. Gemeinderat Manuel Linkenheil (SPD) bestätigte: „Mir gefällt der Ton, den Herr Häge an den Tag legt“ und bat diesen Stil beizubehalten. Gemeinderat Armin Trautmann (Freie Wähler) fand gut, dass „die neuralgischen Stellen Ispringens jetzt auch zu den Randzeiten kontrolliert werden“ und regte weiter an, die Kontrollgänge zu variierenden Zeiten durchzuführen. Häge sagte hierbei seine Flexibilität zu und räumte ein, dass beim nächtlichen Parken manchem Autohalter nicht in den Sinn kommt, dass ein Rettungsweg plötzlich dringend benötigt werden könnte. Bürgermeister Thomas Zeilmeier schloss diesen Tagesordnungspunkt mit dem salomonischen Satz: „Leben und leben lassen“.
Spielplatzumbau bis April 2027
Im weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung standen vier Abstimmungen an. Bei der Neugestaltung des Spielplatz‘ am Jünglingsplatz ging es um die Vergabe der Landschaftsbauarbeiten. Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats ging der Auftrag zum Angebotspreis von 264.436,03 Euro brutto an die Firma R&C Weiland in Wurmberg. Der Auftrag umfasst auch das Spielgerät samt Sockel, ein Zaun ist hingegen nicht vorgesehen. Auf Nachfrage gab Bürgermeister Thomas Zeilmeier bekannt, dass „die Bauarbeiten bis spätestens zum 30. April 2027 fertig sein müssen“.
Auch über die kommunale Wärmeplanung wurde am Donnerstag abgestimmt. Das Analyseangebot der Energie Ispringen (brutto 44.071,65 Euro) wurde als günstigste Variante, bei einer Enthaltung, angenommen. Gemeinderat Pascal Stoll (Liste Mensch und Umwelt) brachte seinen Frust zum Ausdruck, er habe den Glauben an die Sinnhaftigkeit solcher Gutachten verloren: „Das Geld wäre besser angelegt in einer halben Wärmepumpe für die Turn- und Festhalle.
Weiter wurde die Satzung über die Erhebung der Grundsteuer entschieden. Um das ursprünglich angestrebte Grundsteueraufkommen (von 672.800 Eur0) wieder herzustellen wurde der Hebesatz von 205 auf 210 Prozent, bei einer Enthaltung, beschlossen. Der einmalige Zuschuss für den im März erworbenen Aufsitzrasenmäher des Obst- und Gartenbauvereins Ispringen (550 Euro) wurde einstimmig beschlossen. Kämmerin Manuela Sieber prognostizierte einen Kassenstand von rund sechs Millionen Euro zum Jahresende.
Bürgermeister Thomas Zeilmeier kündigte an, dass die DLRG ab 2. November einspringt und das Hallenbad Ispringen mindestens zwei Tage pro Woche wieder öffnet.
