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Enzkreis -  23.05.2019
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„Revolution im Bahnverkehr“ - Deutschlandtakt soll Verbesserungen für Region bringen

Pforzheim/Enzkreis. Während zum Fahrplan- und Betreiberwechsel am 9. Juni in der Region deutliche Veränderungen anstehen und für die regionalen Verkehre dann Go-Ahead und Abellio zuständig sein werden, tut sich zumindest aus längerfristiger Perspektive auch was beim gesamten Deutschlandverkehr der Bahn. Das Stichwort heißt Deutschlandtakt.

Symbolfoto: dpa
Symbolfoto: dpa

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spricht in diesem Zusammenhang vom größten Projekt im Eisenbahnbereich seit 25 Jahren. Nach dem Vorbild der Schweiz soll dieses Modell ab 2021 eingeführt und schrittweise bis 2030 deutschlandweit durchgetaktet sein. Es geht laut Scheuer um eine „Revolution im Bahnverkehr“, wobei der Bahnverkehr überregional zu systematisieren ist.

Einschätzung des Experten

Die Redaktion fragte den Bahnexperten und Landesvorsitzenden des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Matthias Lieb, was er im Grundsatz vom neuen Deutschland-Takt hält? Ist es tatsächlich eine Revolution? Die Antwort von Lieb: „Der Deutschlandtakt bedeutet eine Änderung der Planungsphilosophie. Bislang hat man zuerst eine neue Strecke oder einen neuen Bahnhof geplant und den dann mit dieser Infrastruktur möglichen Fahrplan.“ Zukünftig wolle man zuerst das Fahrplankonzept festlegen und dann die Infrastruktur bauen, die man zur Einhaltung des Fahrplans benötige. Lieb erläutert an einem Beispiel, warum es sinnvoll sei, wie skizziert vorzugehen: „Sonst passiert das, was jetzt in Nürnberg passiert ist. Mit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke Nürnberg/Erfurt hat sich in Nürnberg die Umstiegszeit von den IC-Zügen Karlsruhe-Pforzheim-Nürnberg zum ICE nach Berlin von zehn auf vierzig Minuten verlängert. Die Fahrzeitverkürzung durch die neue Strecke wird weitgehend beim Umsteigen wieder verbummelt.“

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Wenn das neue Konzept so wichtig und gut ist, warum dauert die Umsetzung dann doch bis zum Jahr 2030? Liebs Antwort ist ernüchternd: „Stellenweise wird es sogar noch länger dauern, da beispielsweise der Ausbau der Rheintalbahn, obwohl 1987 begonnen, nach den bisherigen Planungen erst im Jahr 2042 abgeschlossen sein wird. Das liegt daran, dass der Bund viele Eisenbahnprojekte zwar begonnen hat, aber jährlich so wenig Geld für den Ausbau bereitstellt, dass es so lange dauert.“

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Autor: Peter Marx