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Enzkreis -  09.01.2019
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Schwerkranke Person: Straßenbahnbeißer muss in die Psychiatrie

Enzkreis. Er hatte Menschen in der Straßenbahn gebissen und auch sonst zu Verunsicherung beigetragen. Deshalb musste der Beißer sich vor Gericht verantworten.

Andrang auf eine Stadtbahn im Feierabendverkehr: Solche Fahrten soll ein 35-Jähriger im Enzkreis wiederholt für Attacken missbraucht haben. Foto: PZ-Archiv
Andrang auf eine Stadtbahn im Feierabendverkehr: Solche Fahrten soll ein 35-Jähriger im Enzkreis wiederholt für Attacken missbraucht haben. Foto: PZ-Archiv

Das Urteil im Fall des Straßenbahnbeißers wurde am Mittwoch am Amtsgericht in Pforzheim gefällt. Demnach wurde der Angeklagte zu drei Jahren auf Bewährung und einer Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt verurteilt. Der Angeklagte hat zwischen Januar und März vergangenen Jahres Personen belästigt und körperlich angegangen. Der Vorsitzende Richter Andreas Heidrich betonte, dass es sich nicht um einen Angeklagten, sondern um eine schwerkranke Person handelt. Dies war dem Täter in der Vergangenheit selbst nicht bewusst. Verteidiger Stefan Rothenstein verwies auf das Gutachten des Sachvollständigen, der beim Angeklagten enorme Fortschritte während der Behandlung sah.

Dieser hatte ihn als eine hilfsbereite und kooperative Person beschrieben, welche aber ohne medikamentöse Behandlung ein Risikofaktor für die Allgemeinheit ist. Rothenstein zeigte sich in seinem Plädoyer weitgehend konform mit der Staatsanwaltschaft, die ebenso eine Bewährungsstrafe mit psychiatrischer Unterbringung gefordert hatte. In seinen Schlussworten entschuldigte sich der Angeklagte und wünschte sich, dass er die Taten rückgängig machen könnte. Bereits während vorheriger Verhandlungstage hatte er sich bei Zeugen entschuldigt. Obendrein zeigte er sich auch vor dem Gericht als reumütig. Bei der Urteilsverkündung, sprach Richter Heidrich vom gemeinsamen Ziel der Freiheit. Deshalb wurde ihm zur Auflage gesetzt, dass er sich weiterhin medikamentös behandeln lassen muss.

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Autor: Stefan Meister