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Enzkreis -  22.08.2019
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Selbstversuch zur Vermeidung von Plastikabfällen: Wie fällt die Bilanz des Verzichts aus?

Enzkreis/Pforzheim. Da stehen sie in Reih’ und Glied: viele durchsichtige Behälter mit dem unterschiedlichsten Inhalt. Ob Nüsse, Nudeln, Saaten, Müsli oder Schokolade – der „Unverpackt“-Laden in Pforzheim bietet ein erstaunlich breites Warensortiment.

Ganz ohne Plastikverpackung lässt sich im Pforzheimer „Unverpackt“-Laden einkaufen. Inhaber Sascha Giese zeigt PZ-Mitarbeiterin Britta Bischoff-Krappel, wie das funktioniert. Foto: Bischoff-Krappel
Ganz ohne Plastikverpackung lässt sich im Pforzheimer „Unverpackt“-Laden einkaufen. Inhaber Sascha Giese zeigt PZ-Mitarbeiterin Britta Bischoff-Krappel, wie das funktioniert. Foto: Bischoff-Krappel

Nicht nur trockene Lebensmittel, auch Milchprodukte sowie Obst und Gemüse sind im Angebot. Für unser familieninternes Projekt, den Plastikmüll zu reduzieren, kann ein regelmäßiger Einkauf in diesem Laden daher nur förderlich sein: Wir bringen unsere eigenen Behälter von zu Hause mit und können uns vor Ort das gewünschte Produkt abfüllen. Doch lohnt es sich tatsächlich, aus dem Enzkreis anzureisen, um im Unverpackt-Laden seinen Großeinkauf zu machen? Inhaber Sascha Giese aus Wurmberg sieht nichts, was dagegen spräche. Den Besuch im Laden könne man gut mit anderen Erledigungen in der Großstadt verbinden, auf dem nahen Turnplatz gebe es genügend Parkplätze, und im Zweifel könne man auch einfach kurz mit dem Auto vorfahren, um die Einkäufe einzuladen.

Erst im Oktober 2018 hat Giese seinen Laden eröffnet, doch verzeichnet er eine stetig steigende Nachfrage: „Das Thema Müllvermeidung ist derzeit überall präsent“, meint er. Er sei sicher, dass sich die etablierten Supermarktketten zunehmend Gedanken machen müssten, wie sie dem Trend zu weniger Verpackungen begegnen könnten. „Die Großen werden zunehmend Teile unseres Konzepts übernehmen“, ist Giese überzeugt.

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Mein Mann und ich sind auf jeden Fall sehr angetan von den hellen, freundlichen Räumlichkeiten des Unverpackt-Ladens in der Pforzheimer Jörg-Ratgeb-Straße und dem unerwartet moderaten Preisniveau.

Und wie steht es sonst um unser Plastikmüllvermeidungs-Projekt? Nach einigen Monaten Laufzeit ist es Zeit für uns, Bilanz zu ziehen. In einigen Bereichen ist Ernüchterung eingekehrt: Manchmal muss es zum Beispiel einfach der griechische Sahnejoghurt sein, den es eben nur im Plastikbecher zu erstehen gibt. Und nach wie vor vergessen wir oft beim Gang zum Metzger unsere eigenen Behälter. Anderes ist vor allem mir als „Haushaltsmanagerin“ schon zur Selbstverständlichkeit geworden: Obst und Gemüse kaufe ich, wo immer es möglich ist, regional, lose und völlig ohne Verpackung ein.

Mehr lesen Sie am Freitag, 23. August, in der „Pforzheimer Zeitung - Region Mühlacker“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: Britta Bischoff-Krappel