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Enzkreis -  10.01.2019
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Winterprobleme: Glätteunfälle und wenig Platz für Räumfahrzeuge

Enzkreis/Kreis Calw. Schnee und Glätte habe in der Region für etliche Unfälle und Behinderungen gesorgt. Seit Mittwoch Nachmittag kam es zu Glätte-Unfällen. In der Nacht auf Donnerstag und in den frühen Morgenstunden wurde es mancherorts kritisch, stellenweise gab es kein Durchkommen – das betraf übrigens auch die PZ-Austräger. Im Verlauf des Donnerstagvormittags beruhigte sich die Lage aber wieder.

Nicht überall hatten die Räumfahrzeuge freien Platz, um den Schnee von der Straße zu schieben. Foto: Ketterl
Nicht überall hatten die Räumfahrzeuge freien Platz, um den Schnee von der Straße zu schieben. Foto: Ketterl

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Knapp 15 Glätte-Unfälle hat die Polizei im Kreis Calw und dem Enzkreis registriert, so Pressesprecher Frank Otruba. Bilanz: Mehrere Leichtverletzte, meist blieb es bei Blechschäden. Der Sachschaden liegt insgesamt bei rund 80 000 Euro. Anscheinend kamen Autofahrer auf den Höhen besser mit den widrigen Bedingungen zurecht, die meisten Unfälle ereigneten sich im Nagoldtal auf der B463 zwischen Calw und Unterreichenbach.

Zu schnell: drei Verletzte

Drei Verletzte gab es am Mittwoch gegen 19 Uhr bei einem Unfall zwischen Lehningen und Neuhausen. Ein 34-Jähriger war mit einem VW-Transporter war auf glatter Straße zu schnell unterwegs, geriet ins Bankett und überschlug sich im Graben. Er und zwei Mitfahrer wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Am Donnerstagmorgen rutschte eine Autofahrerin in Tiefenbronn von der Straße und gegen einen Baum.

Bei Oberhaugstett ereigneten sich am Mittwoch drei Glätte-Unfälle, bei denen fünf Menschen leicht verletzt wurden. Ein Auto prallte gegen einen Baum, ein anderes geriet ins Rutschen, prallte gegen eine Böschung und landete auf dem Dach. Bei Ebhausen prallte eine Peugeot-Fahrerin auf glatter Straße gegen eine Viehtränke.

In der Nacht gegen 1.30 Uhr rutschte bei Althengstett ein Fahrzeug in den Graben und streifte einen Leitpfosten. Gestern Morgen gegen 6.50 Uhr rutschte ein VW Golf auf der Regelbaumstraße zwischen dem Birkenfelder Industriegebiet und dem Ersinger Kreuz von der Fahrbahn. Ferner krachte es auch in Mönsheim, Unterreichenbach, Bad Liebenzell, Bad Wildbad, Neuhausen und Schömberg.

Seit den frühen Morgenstunden kümmerten sich am Donnerstag die Mitarbeiter der Straßenmeistereien und Bauhöfe darum, die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. In Wildbad (bis zu 20 Zentimeter Schnee) waren sechs Fahrzeuge im Einsatz, berichtet Bauhofleiter Samuel Mostroph. Dort war beispielsweise auf dem Sommerberg kein Durchkommen mehr. Aber am Morgen konnten die Autos wieder rollen, berichtet Mostroph. In den Ortsteilen wurden zusätzlich zwei Fahrzeuge eingesetzt, außerdem waren acht Mitarbeiter damit beschäftigt, Gehwege, Treppen und Haltestellen freizuschaufeln. „Wenn es so bleibt, haben wir alles im Griff“, ist Mostroph optimistisch.

Platz zum Räumen fehlt

In Schömberg (bis zu 15 Zentimeter Schnee) berichtet Bauhofleiter Manfred Hölzle, dass Räumfahrzeuge nicht überall durchkommen konnten: Geparkte Autos versperrten den Weg. „Wir brauchen 3,50 Meter Räumbreite“, betont er und hofft, dass Autofahrer das künftig berücksichtigen. Bis zum späteren Vormittag seien aber alle Straßen geräumt gewesen. Auf der Straße von Höfen nach Langenbrand habe es am Mittwoch Probleme mit querstehenden Autos gegeben, bestätigt er. Weil die Strecke derzeit als Umleitung dient, seien viele Fahrzeuge auf der schmalen Straße unterwegs. Bei winterlichen Straßenverhältnissen kann das zu Problemen führen.

Mit Problemen hatten auch die Austräger der „Pforzheimer Zeitung“ zu kämpfen, wie der stellvertretende Vertriebs-Chef Stephan Schulz berichtet. So kamen in Schömberg und Salmbach die Fahrer zur Anlieferung nicht durch. Als es endlich klappte, war es für die Austräger zu spät und der Fahrdienst musste einspringen. In Wildbad war an den starken Steigungen kein Durchkommen möglich. Die Austräger versuchten aber später erneut, die Zeitung zu den Lesern zu bringen.

Bei der Straßenmeisterei im Enzkreis sind alle Winterdienst-Fahrzeuge im Einsatz. Acht eigene Fahrzeuge und sieben Fremdunternehmer, wie die Pressestelle des Landratsamtes mitteilt. Die Salzlager seien gefüllt. Der Einsatz beginnt derzeit morgens ab 3.30 Uhr. Am Mittwoch Abend war die Schicht bis gegen 23.45 Uhr erweitert worden: Das ist jedoch die Ausnahme, in der Regel ist gegen 22 Uhr Ende.

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Autor: Sabine Mayer-Reichard