KSC-Fans sprengen alle Grenzen: Über 130 Mitglieder nach einem halben Jahr
Kämpfelbach. Nachdem alle zusammen lautstark das Badnerlied gesungen haben, wird es still im Saal. Jeder will die Botschaft hören, die Stephan Meier auf seinem Handy abspielt. Sie stammt von den zwei Vizepräsidenten des Karlsruher Sport-Clubs (KSC), Uwe Maisch und Christian Fischer, die ihre besten Wünsche per Video aus dem Trainingslager in Spanien in die Region senden. Mit lobenden Worten würdigen sie das große Engagement des KSC-Fanclubs, der sich im vergangenen Sommer in Ersingen gegründet und seither prächtig entwickelt hat, auch bei der Zahl der Mitglieder, die von 16 zu Beginn auf inzwischen mehr als 130 gestiegen ist. Täglich kommen weitere dazu.
Etliche ausgefüllte Aufnahmeanträge erreichen den Vorsitzenden Stephan Meier und seine Kollegen auch bei der blau-weißen Nacht, die der Verein am Wochenende zum ersten Mal auf die Beine gestellt hat. Zahlreiche Besucher treffen sich im Sängerkeller, um Musik, Gemeinschaft und gutes Essen zu genießen. Die meisten tragen Kleidung, die deutlich zeigt, für welchen Fußballverein ihr Herz schlägt: Trikots, Jacken, Kapuzenpullover und Schals. Letztere hängen auch an den Lautsprechern, die ein DJ mit mitreißender Partymusik füttert. „Die Resonanz ist super“, sagt Meier, der die Veranstaltung mit weiteren Mitgliedern relativ kurzfristig ins Leben gerufen und vorbereitet hat. Nachdem die Premiere schon Tage vorher ausverkauft war, soll das Format künftig jedes Jahr stattfinden: für Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins.
Hinter Meier und seinen Kollegen liegen aufregende Monate, in denen viel passiert ist. Er denkt dabei etwa an das Eintragen des Fanclubs bei der Gemeinde und beim KSC, an den Besuch von Auswärtsspielen und an das erste Glühweinfest, das man kurz vor Weihnachten auf die Beine gestellt hat. Dass jetzt pünktlich zur blau-weißen Nacht auch noch die Videobotschaft der Vizepräsidenten eintraf, ist für Meier „einfach nur der Wahnsinn“, ermöglicht durch den Fanbeauftragten Wolfgang Sauer: „Als ich das gehört habe, habe ich Gänsehaut bekommen.“
Voll eingeschlagen
Der Vorsitzende und seine Kollegen können kaum fassen, wie der Fanclub in der Region eingeschlagen ist. Bei der Mitgliederversammlung Ende April wollen sie die Verwaltung erweitern und die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen. Bei der Gründung hatte man sie noch bewusst schlank gehalten und auf vier Personen begrenzt. Künftig will man laut Schriftführer Oliver Nußbaum auch Beisitzer wählen und eine Helfergruppe für all jene ins Leben rufen, die zwar bei Veranstaltungen unterstützen, aber kein offizielles Amt bekleiden wollen.
Zudem plant man, eine neue Fanbekleidung herauszubringen, vor allem T-Shirts und Kapuzenpullover. Sie will man auch tragen, wenn man zu den Auswärtsspielen des KSC fährt. Parallel arbeitet der Fanclub daran, seine Mitgliederzahl weiter zu steigern, nach Möglichkeit in Richtung 250: ganz so, wie es sich die Vizepräsidenten Maisch und Fischer in ihrer Videobotschaft wünschen.
