Kämpfelbach
Kämpfelbach -  05.11.2021
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Keine Fusion in Sicht: Raiffeisenbank Ersingen bleibt eigenständig

Kämpfelbach-Ersingen. Trotz Corona gut gelaufen ist es im zurückliegenden Jahr für die Raiffeisenbank Ersingen. Das zeigt auch der Jahresüberschuss, der gut 44.000 Euro beträgt – und damit in etwa so hoch ausfällt wie im Vorjahr. Verwendet wird er zum einen für die Stärkung der Rücklagen. Zum anderen ermöglicht er die Ausschüttung einer Dividende von vier Prozent.

Blicken positiv in die Zukunft: die Ersinger Bankvorstände Anette Waidelich und Richard Weber und die Aufsichtsratsmitglieder Helmut Brenk und Martina Theurer (von links). Foto: Roller
Blicken positiv in die Zukunft: die Ersinger Bankvorstände Anette Waidelich und Richard Weber und die Aufsichtsratsmitglieder Helmut Brenk und Martina Theurer (von links). Foto: Roller

Keine Präsenzveranstaltung

Eine Vorgehensweise, der die Genossenschaftsmitglieder bei der Generalversammlung mit großer Mehrheit zugestimmt haben. Diese fand erneut nicht als Veranstaltung mit persönlicher Anwesenheit, sondern im schriftlichen Verfahren statt. Vorständin Anette Waidelich spricht in Bezug auf 2020 von einem positiven Ergebnis, „mit dem wir sehr zufrieden sind“. Das Jahr sei durch Corona geprägt gewesen. „Trotzdem konnten die Kunden die ganze Zeit zu den gewohnten Öffnungszeiten die Bank besuchen.“ Auch die Zahlen fallen positiv aus: So konnte etwa das Kernkapital um 545.000 Euro erhöht werden, davon 300.000 Euro aus einer Umwidmung.

Das bilanzielle Eigenkapital lag zum Jahresende bei rund neun Millionen. Die Gesamteinlagen stiegen auf 66,4 Millionen Euro – und damit um mehr als drei Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Zum Jahresende unterhielten die knapp 1600 Mitglieder Geschäftsguthaben von 758.000 Euro.

Bilanzsumme erhöht

Die Bilanzsumme konnte gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Millionen Euro auf inzwischen 84,7 Millionen gesteigert werden. Auch die Ausleihungen sind um rund zwei Millionen auf 65,6 Millionen gestiegen. Trotzdem fallen gleichzeitig die Zinserträge um rund 69.000 Euro geringer aus als im Vorjahr. Verantwortlich dafür ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese mache der Raiffeisenbank schwer zu schaffen, sagt Waidelich. Deshalb sei man nun gezwungen, Verwahrentgelte zu berechnen – allerdings nur auf größere Vermögen und erst, nachdem man mit allen Betroffenen persönlich Kontakt aufgenommen habe, um nach Lösungen zu suchen. Sechs Jahre lang habe die Raiffeisenbank schon Negativzinsen an die Zentralbank bezahlt.

Festhalten will man dagegen bei der Ersinger Raiffeisenbank unbedingt an der Eigenständigkeit. Fusionsabsichten gibt es nicht. „Wir wollen für unsere Kunden weiterhin ein starker Partner vor Ort bleiben“, sagt Waidelich: „Von ihnen bekommen wir viel Rückhalt und Unterstützung.“

Autor: Nico Roller