Kämpfelbach
Kämpfelbach -  13.04.2026
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Meilenstein bei Blutspende in Ersingen: Neuntausendster erhält Geschenk

Kämpfelbach. Den Einstich hat Hubert Harr überhaupt nicht gespürt. Denn als die Nadel in seinen Arm eindrang, war er für einen kurzen Moment abgelenkt. „Das haben die wirklich geschickt gemacht“, sagt Harr hinterher anerkennend. Entspannt und sichtlich zufrieden sitzt er auf einer Liege – mit einer weißen Mullbinde an der Stelle seines Arms, aus der kurz vorher über einen durchsichtigen Schlauch noch ein halber Liter Blut geflossen ist. Dass er ein paar Minuten später einen Geschenkkorb erhalten und auf einem Pressebild zu sehen sein wird, weiß Harr da noch nicht.

Simone Günther, Hubert Harr und Carmen Kauselmann (vorne, von links) erhalten ein Geschenk von den Kämpfelbacher Maltesern, vertreten durch Mathias Krumm und Martina Theurer. N. Roller
Simone Günther, Hubert Harr und Carmen Kauselmann (vorne, von links) erhalten ein Geschenk von den Kämpfelbacher Maltesern, vertreten durch Mathias Krumm und Martina Theurer. N. Roller Foto: Nico Roller

Für ihn ist es eine große Überraschung, als ihm die Verantwortlichen erklären, dass ausgerechnet er der 9000. Blutspender war, den die Kämpfelbacher Malteser und das Ispringer Rote Kreuz bei ihren gemeinsam ausgerichteten Aktionen begrüßen. Nicht nur Harr erhält am Montagabend in der Ersinger Turn- und Festhalle ein Geschenk, sondern auch die beiden Frauen, die die Nummern 8999 und 9001 haben: Simone Günther und Carmen Kauselmann. „Wir freuen uns über jeden, der Blut spendet und damit dazu beiträgt, Leben zu retten“, sagt Mathias Krumm. Der Ortsbeauftragte der Malteser berichtet von einer guten Kooperation und einer entspannten Atmosphäre. „Bei uns geht es immer ruhig und geordnet zu.“ Seit mehr als 50 Jahren bieten Malteser und DRK die Blutspende schon gemeinsam an, getragen von großem ehrenamtlichen Engagement. Rund zehn Helfer sind pro Termin im Einsatz: nicht nur vor Ort, sondern auch beim Vorbereiten der Vesper-Taschen, die die Spender am Montagabend in Ersingen ebenso mit nach Hause nehmen dürfen, wie auch ein kleines Werbegeschenk der Malteser. Auch Getränke und Kuchen stehen bereit.

Blutspenden? – Gerne wieder!

Um alles Medizinische kümmert sich der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen. Pro Jahr stellen die Kämpfelbacher Malteser und das Ispringer Rote Kreuz drei Blutspende-Termine auf die Beine: zwei hier, einen dort, immer abwechselnd. Seit Corona setzen sie auf eine feste Terminvergabe, die die Abläufe entzerrt und dafür sorgt, dass die Spender ohne große Wartezeit direkt drankommen.

Bei Harr hat es von der Anmeldung bis zum Ende der Ruhezeit gerade einmal eine halbe Stunde gedauert. „Man wird hier sehr gut betreut“, sagt er nach der Blutspende. Für ihn war es eine neue Erfahrung, denn er hatte zuvor noch nie Blut gespendet. Malteser-Mitglied Martina Theurer hatte ihn davon überzeugt, sich einen Ruck zu geben. Harr sagt: „Das ist eine gute Möglichkeit, etwas Gutes zu tun, ohne sich ein Bein rausreißen zu müssen.“ Zumal Harr am Montagabend sowieso in der Ersinger Turn- und Festhalle gewesen wäre: als Vorsitzender und aktiver Radball-Spieler des örtlichen Rad- und Motorsportclubs, der eigentlich immer montags in der Ersinger Halle trainiert. Eigentlich, wohlgemerkt, denn für die Blutspende-Aktion hat der Verein darauf verzichtet, obwohl „wir voll in der Saison stehen“.

Für Harr und seine Vereinskollegen steht fest, dass man Malteser und DRK bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen muss. Deswegen kündigt er nach seiner ersten Blutspende gut gelaunt an, dass es nicht seine Letzte gewesen sein soll. Mathias Krumm freut sich, das zu hören. Denn er weiß, dass jede Blutspende wichtig ist und im Ernstfall Leben retten kann.