Kämpfelbach
Kämpfelbach -  16.09.2020
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Umstrittene Steinbruch-Erweiterung südlich von Ersingen genehmigt

Enzkreis/Kämpfelbach. Das Landratsamt Enzkreis hat den Sämann Stein- und Kieswerken die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für eine Steinbrucherweiterung um 4,4 Hek-tar in Ersingen erteilt. Der Kämpfelbacher Gemeinderat verweigerte die Zustimmung. Eine klare Mehrheit hatte sich vergangenes Jahr gegen ein Heranrücken der Abbaufläche an das Ortsgebiet gestellt (die PZ berichtete).

Das Nein der Gemeinde bezeichet das Landratsamt in der Änderungsgenehmigung als rechtswidrig – und kassiert die Ablehnung. Oder, wie es im Amtsdeutsch heißt: „Das gemeindliche Einvernehmen war daher (...) zu ersetzen.“ Bedenken gab es vonseiten Kämpfelbacher Gemeinderäte wegen Lärm, Erschütterungen durch Sprengungen, zusätzlichem Verkehr, fehlendem Waldausgleich oder dem Wegfall eines viel genutzten Weges. All das habe keinen planungsrechtlichen Belang, argumentiert das Landratsamt und das Kämpfelbacher Nein sei dadurch rechtswidrig. Zudem werde „knapp 1:1“ auf Ersinger Markung aufgeforstet. Und: Die Erweiterung der bisherigen Steinbruchfläche bringe eine zeitweilige Verlegung der Wirtschaftswege in diesem Bereich mit sich. Der sogenannte Eselsweg falle also nicht ersatzlos weg. Derzeit läuft noch die Widerspruchsfrist im Genehmigungsverfahren. Ist der Bescheid rechtskräftig, können die Bagger rollen.

Steinbruch-Betreiber Jochen Sämann bezeichnet die Erweiterung als„wichtigen Schritt für die langfristige Rohstoffsicherung in der Region“. Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen sei konstruktiv gewesen. Muschelkalk ist es, was südlich von Ersingen nahe der B 10 aus dem Boden geholt wird. Im derzeitigen Zuschnitt des Steinbruchs ist das schwierig. Der Antrag um Erweiterung passt zu den Plänen, die der Regionalverband Nordschwarzwald für die Rohstoffversorgung geschmiedet hat.

Die Änderungsgenehmigung ist auf www.enzkreis.de komplett nachzulesen.

Autor: nad/pz