Erneute Enttäuschung in Berlin: Basketballerinnen aus Keltern verlieren wie 2025 das Pokalfinale
Berlin. Auch wenn Sterne-Cheftrainerin Matea Tavic im Vorfeld betont hatte, dass es in einem solchen Finalturnier keinen Favoriten gebe – es sprach dennoch einiges für den Erfolg der in der Liga dominierenden Rutronik Stars, die seit August auf nationaler Ebene kein Spiel mehr verloren hatten. Und manches sprach auch für die Neuauflage des Endspiels von 2025 gegen Saarlouis, angereist als Liga-Zweiter und Kelterns vermeintlich härtester Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft.
Die Vorsicht von Tavic war begründet, das zeigte sich schon im Halbfinale am Samstag: Saarlouis lag gegen Alba lange Zeit in Rückstand, rettete sich in die Verlängerung, um dann doch den Kürzeren zu ziehen gegen die vom Publikum in der gut besetzten Sömmeringhalle angetriebenen Berlinerinnen (67:71). Auch Keltern hätte es fast erwischt in der Vorschlussrunde: Nach 13:0-Start gegen den Liga-Fünften Marburg, der 48:30-Pausenführung und eines bis Mitte des dritten Viertels komfortablen Vorsprungs geriet das Team aus dem Tritt und zu Beginn des Schlussabschnitts in Rückstand (62:63). Knapp drei Minuten vor dem Ende lag Marburg 73:70 vorn, ehe es Makenna Marisa, Karina Konstantinova und Alexandra Wilke doch noch richteten (79:74).
Erstaunte Siegerin
Ein glückliches Ende blieb den Rutronik Stars im Finale gegen Alba Berlin verwehrt. Dass die Partie am Sonntag verloren ging, hatten sich die Sterne in erster Linie selbst zuzuschreiben: eine Trefferquote aus dem Feld von weniger als 30 Prozent (bei den Dreiern sogar von unter 20 Prozent) sowie eine Quote von der Freiwurflinie von 62 Prozent – 15 wurden hier vergeben – sprechen Bände und sind schmerzhaft in einem engen Duell. Die Berlinerinnen hatten ebenfalls keine berauschenden Wurfquoten, aber sie waren besser als die des Gegners und reichten zum ersten Cup-Gewinn des Vereins. „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte Albas Alina Hartmann, neben Marie Bertholdt Topscorerin bei Alba. „Es ist so viel schiefgelaufen, dennoch hat es am Ende geklappt.“
Zum Leidwesen der Sterne. In der defensiv geprägten Partie erwischten sie zwar einen guten Start, lagen am Ende des ersten Viertels aber zurück (14:17). Im zweiten Viertel führten sie erneut (26:21), büßten aber ein weiteres Mal den Vorteil ein – zur Halbzeit stand es 28:28. Die niedrigen Punktzahlen verdeutlichten, dass auf beiden Seiten eine Menge nicht nach Wunsch lief.
Nach der Pause gelang Berlin zunächst wenig, die Sterne setzten sich ein wenig ab (38:30). Doch der Vorsprung hätte höher ausfallen müssen, Keltern ließ zu viele Chancen ungenutzt. Und lud so den Gegner ein, den Abstand zu verkleinern – auf nur noch einen Punkt (44:43) zum Ende des dritten Viertels. Makenna Marisa und Maud Huijbens mit zwei von am Ende nur vier erfolgreichen Dreiern der Rutronik Stars sowie Alexandra Wilke nach energischem Zug zum Korb bauten die Führung auf neun Punkte aus (52:43).
10:0-Lauf von Alba
Keltern schien endlich ins Rollen gekommen zu sein, aber die Phase hielt nicht lange an. Leichte Ballverluste, Fehlwürfe auch aus guten Positionen begünstigten die Berliner Bemühungen, die – lautstark angefeuert von den Fans und angetrieben von der herausragenden Spielführerin Lena Gohlisch, die später zum MVP des Final Four gewählt wurde – durch einen 10:0-Lauf die Führung wieder an sich rissen (55:54). Drei Minuten waren da noch zu spielen im vierten Viertel. Keltern holte sich eineinhalb Minuten vor Schluss durch Konstantinova die Führung zurück (56:55), versäumte es jedoch, sie auszubauen. Und so stand das Team drei Sekunden vor Ende vor dem Aus: Alina Hartmann hatte die Chance, mit zwei Freiwürfen auf 57:56 zu stellen. Doch sie verwandelte nur einen, und es ging in die Verlängerung.
Mitte der fünfminütigen Overtime sah es nach einem Sieg von Keltern aus, als Wilke zwei Freiwürfe zum 61:58 traf. Weil danach bei den Gästen wieder Fehlpässe und vergebene Freiwürfe folgten, während das Heimteam die meisten Chancen nutzte, erloschen die Hoffnungen der Sterne, diesmal als Pokalsieger die Halle zu verlassen. Nach dem 73:97 ein Jahr zuvor gegen Saarlouis endete das Final Four jedoch erneut mit einer Niederlage. „Alle sind massiv enttäuscht“, fasste Teammanager Dag Schiffer die Stimmung nach der Niederlage zusammen. Das Finale sei kein Top-Spiel gewesen, „der Kampf hat eine große Rolle gespielt“, so Schiffer. „Und über den Fight haben wir ein paar Sachen vergessen. Wir haben unterm Strich zu viele Fehler gemacht.“
Überraschende Personalie
Mit einer überraschenden Personalie wartete Keltern zum Pokal-Final-Four auf: Stephanie Kostowicz (30) streifte für die Pokalendrunde das Trikot der Rutronik Stars über, das sie in der Saison 2023, in der die Sterne Meister wurden, schon mal getragen hatte. Um eine weitere Alternative für die Positionen 4 und 5 zu haben, wurde die in den USA geborene Kostowicz, die auch einen bulgarischen Pass hat, für dieses Turnier verpflichtet. Kostowicz kam in den beiden Spielen zusammen auf elf Punkte und fünf Rebounds.
