Keltern -  08.07.2026
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Kindergarten- und Schulthemen im Kelterner Gemeinderat: Gute Betreuung ist das A und O

Keltern. Keltern. Kindergarten- und Schulthemen bestimmen den Abend im Kelterner Gemeinderat maßgeblich. Viele Betroffene sitzen im Publikum.

Die Kelterner Verwaltung bringt eine Fülle von Kindergarten- und Schulthemen im Gemeinderat ein. Im Bild (von rechts)zu sehen: Bürgermeister Steffen Bochinger und Hauptamtsleiterin Nastassia Di Mauro.
Die Kelterner Verwaltung bringt eine Fülle von Kindergarten- und Schulthemen im Gemeinderat ein. Im Bild (von rechts)zu sehen: Bürgermeister Steffen Bochinger und Hauptamtsleiterin Nastassia Di Mauro. Foto: Marx

Großen Raum ein nahm die Beratung und Beschlussfassung über die Anpassung der Elternentgelte für die Tagesbetreuung zum Kindergartenjahr 2026/27 und 27/28 sowie die künftige Entgeltstruktur. Über den dreiteiligen Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde einzeln abgestimmt und über den strittigen zweiten Teil gar in namentlicher Abstimmung. Letzteres hatte Manfred Dengler von den Grünen beantragt.

Der umstrittene Passus lautete: „Die bisherigen einkommensabhängigen Ermäßigungsstufen entfallen mit Inkrafttreten der neuen Entgeltordnung.“

Die namentliche Abstimmung offenbarte, was auch in der Diskussion deutlich geworden war: Die Grünen-Fraktion war mit dem Wegfall nicht einverstanden, explizit Robin Bischoff, Manfred Dengler, Christin Grüne und Rolf Mertz. Zuvor hatte die Verwaltung um Bürgermeister Steffen Bochinger und Hauptamtsleiterin Nastassia Di Mauro für den Wegfall geworben. Bei finanziellen Problemen betroffener Familien könnten Anträge beim Enzkreis-Landratsamt gestellt werden. Klar sei auch, so Bochinger, dass bei einer Ablehnung von Kreisseite bei einem absoluten Härtefall die Gemeinde „eine wohlwollende Prüfung“ zusage. Im Übrigen wolle man auch schon ganz allgemein bei der Antragstellung im Bedarfsfall hilfreich zur Seite stehen. Zuvor hatte Johannes Riegsinger (FWG) die Höhe des Abmangels für die Gemeinde ins Spiel gebracht, da der Kostendeckungsgrad statt bei 20 aktuell nur noch bei 7,8 Prozent liegt. Klar wurde, dass der Kostendeckungsgrad über mehrere Jahre verteilt nie 20 Prozent betragen hat, sondern von annäherend 1 auf 7,8 Prozent gesunken ist. Marco Müller (FWG) verwies auf die Abstimmung mit den Eltern. Benjamin Hauck (SPD) sprach vor dem Hintergrund einer schwierigen Finanzlage von einem gangbaren Kompromiss für beide Seiten. Michael Augenstein (CDU) stellte den Antrag auf ein Ende der Debatte, Raphael Augenstein (CDU) forderte die Abstimmung ein. Robin Bischoff (Grüne) wiederum setzte eine Abstimmung über jeden einzelnen Punkt der Beschlussvorlage durch.

Abhängig von Personal und Haushaltsmitteln

Bei 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung passierte die Schaffung von U3-Betreuungsplätzen durch Altersmischung im Waldkindergarten „Miteinanderwald“ sowie eine mögliche Erweiterung von zweieinhalb auf drei Gruppen das Gremium. Die erwähnte Erweiterung bezieht sich auf den künftigen Betreuungsbedarf der Gesamtgemeinde ab 2027. Die Umsetzung erfolgt vorbehaltlich der Erteilung der erforderlichen Betriebserlaubnis sowie der Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel.

20 Personen verfolgten das Geschehen von den Publikumsrängen aus. Eine Mutter interessierte sich für Chancengleichheit und Teilhabe an einer inklusiven Bildungspolitik. Kinder und ihre Bildungschancen seien maßgeblich für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft. Grundsätzlich sieht man sich in Keltern als familienfreundliche Kommune mit einem Angebot, das die Verwaltung in enger Abstimmung mit Gemeinderat, Einrichtungen und Eltern organisiert.

Weiterentwicklung Schulkindbetreuung

Auch mehrere weitere Themen im Kelterner Gemeinderat drehten sich um Kindergarten und Schule. Einstimmig votierte das Gremium für die Weiterentwicklung der Schulkindbetreuung. In diesem Zusammenhang wurden Betreuungs- und Raumstandards festgelegt. In dem Zuge wies Bürgermeister Steffen Bochinger auf Personalausfälle hin. Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat meinte Hauptamtsleiterin Nastassia Di Mauro, dass die Herausforderung nicht aussichtslos sei. Es gebe aussichtsreiche Gespräche mit einem freien Träger. Welcher freie Träger das sei, wollte Rolf Mertz (Grüne) wissen. Es handele sich um „WeGefinden“, einen Fachdienst für Inklusion im Enzkreis. Christin Grüne (Grüne) wollte wissen, was passiere, wenn man nun ambitionierte Absichten formuliere und beschließe, das Personal dazu aber wider Erwarten doch nicht gewonnen werden könne. Bochinger ermutigte zu einer positiven Sichtweise. Beschlossen wurden überdies in Kampfabstimmungen bei knapper Mehrheit die Anpassung der Entgelte für die Schulkindbetreuung (Kernzeit und Ferien). Einmütig erfolgte hingegen der Beschluss für die Kalkulation der Essensentgelte ab dem Kindergarten- und Schuljahr 2026/27.

Wichtiger Hitzeschutz

Mit dem Thema Hitzeschutz bei öffentlichen Gebäuden möchten sich Verwaltung und Gemeinderat künftig intensiver befassen. Dazu sind allerdings weitergehende technische Recherchen notwendig. Und dann muss man sich über die finanziellen Auswirkungen klar werden. In der Diskussion im Gemeinderat meinte Johannes Riegsinger (FWG), für ein wirksames Hitzeschutzkonzept in der Gemeinde müssten alle an einem Strang ziehen in einer konzertierten Aktion. Bäume seien in der Lage, wichtigen Schatten zu spenden und könnten die Temperaturen um einige entscheidende Grade reduzieren.

Zusätzlich ging es im Gremium um folgende Themen: Nach einem Sturm im Ranntal ist neben Remchingen auch Keltern stark betroffen, beispielsweise Fichtenbestände. Zahlreiche Bäume seien in einem 90-Grad-Winkel abgeknickt worden. Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht und der Borkenkäfergefahr müsse man zeitnah auf die Schäden reagieren.

Mit den Glasfaseraktivitäten in Niebelsbach komme man sehr gut voran, hieß es in der jüngsten Ratssitzung.

Eine Bank habe 2500 Euro gespendet, um die Finanzierung für einen neuen Container fürs Jugendforum zu unterstützen.

Kontroverse Marktplanungen

Die Planungen für einen Rewe-Markt in Weiler gehen weiter (PZ-News hat berichtet). Allerdings gebe es von Seite der Kritiker Hinweise und Argumente, die so nicht richtig seien, so der Hinweis der Kelterner Verwaltung. Man wolle daher zusammen mit dem Investor demnächst in die Offensive gehen.

Was ist los in Keltern? Vandalen hatten zuletzt in mehreren Ortsteilen Schäden angerichtet, zum Teil auch bei absichtlich gelegten Feuern. Christin Grüne (Grüne) wollte wissen, ob es zu bestimmten Vorkommnissen bereits nähere Erkenntnisse gebe. Nein, antwortete Bürgermeister Steffen Bochinger. Im Übrigen habe die Kelterner Feuerwehr in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Einsätze zu bewältigen gehabt. Das heiße und trockene Wetter tue ein Übriges, um die potenzielle Gefährdung im Wald und auf der Wiese anzuheizen.