Mehr Flexibilität: Keltern beschließt neues Modell bei der Kernzeitbetreuung
Keltern. Bei der Kernzeitbetreuung hat Keltern nun nachgebessert. Es handelt sich dabei um ein Modul bis 14 Uhr. Die Kosten für einen Betreuungstag liegen bei 9,50 Euro, für eine Woche mit fünf Tagen bei 47,50 Euro. Das Entgelt für die Kernzeitbetreuung wird entsprechend angepasst, die Änderungen werden zum 1. März umgesetzt, wobei bestehende Regelungen hiervon unberührt bleiben.
Die Abstimmung im Kelterner Gemeinderat am Dienstagabend im Bürgersaal des Ellmendinger Rathaus erfolgte einmütig.
Hauptamtsleiterin Nastassia Di Mauro hatte zuvor darauf verwiesen, dass die Gesamtelternbeiräte Schule und Kindergarten im Vorfeld der Sitzung kontaktiert und eingebunden waren. Dabei sei der Wunsch sehr klar zu vernehmen gewesen nach einem weiteren Angebot bis 14 Uhr. Zum Schuljahr 2025/26 war in der Gemeinde erstmals ein Entgelt für die Kernzeitbetreuung an den Standorten der Johannes-Kepler-Grundschule in Dietlingen und Ellmendingen eingeführt worden. Ziel sei es gewesen, so die Ausführungen der Hauptamtsleiterin, „die Verbindlichkeit der Anmeldungen zu erhöhen, die Planbarkeit der Betreuung zu verbessern sowie die personellen Ressourcen zielgerichteter einsetzen zu können“. Gleichzeitig solle „durch eine modulare Gestaltung weiterhin ein hohes Maß an Flexibilität für die Familien gewährleistet bleiben“, unterstrich Di Mauro. Die größte Veränderung: Das Entgelt in Höhe von 1,25 Euro Betreuungsstunde sei von der Mehrheit der Familien als angemessen jund nachvollziehbar bewertet worden“. Di Mauro weiter: „Die Möglichkeit einer Kostenübernahme durch den Landkreis bei entsprechenden Voraussetzungen stellt eine wichtige soziale Absicherung dar, ist aber nicht jeder Familie möglich.“
Auch auf weitere Aspekte ging die Hauptamtsleiterin ein: Kurzfristige Ausfälle des Unterrichts oder einmalige zusätzliche Nachfragen könnten über sogenannte Notfalltage abgedeckt werden. Bislang werde davon in Ellmendingen eher moderat Gebrauch gemacht, in Dietlingen würden Notfalltage im Schnitt wöchentlich beansprucht. Eine erfreuliche Mitteilung hatte Di Mauro: „Im ersten Schulhalbjahr musste kein Strafentgelt erhoben werden.“ Diese werden fällig, wenn Eltern ihre Kinder zu spät abholen.
Unterschiedliche Notfalltag-Nutzung
Unabhängig von den Entgelten der Modulnutzung sei festzustellen, dass es Eltern gebe, die von den erwähnten Notfalltagen Gebrauch machen würden, ohne dies anzumelden oder zumindest rückwirkend zu begründen. Zwar würden die Kinder in einem solchen Fall betreut, in der Praxis aber werde analog zum „Zu-spät-Abolen“ ein Strafentgelt von fünf Euro pro Nichtmeldung erhoben.
Nach Rückfragen unter anderem von Johannes Riegsinger (FWG) und Manfred Dengler (Grüne) wurde der Aktualisierungsbeschluss zur Kernzeitbetreuung – wie erwähnt – einstimmig beschlossen.
Feuerwehr wird nichtöffentlich
Auch andere Themen standen auf der Tagesordnung der Ratssitzung. Kurzerhand von der Tagesordnung abgesetzt und ins Nichtöffentliche vertagt worden ist am Dienstagabend der Punkt „Beratung und Beschlussfassung der Satzung über die Entschädigung der ehrenamtlich tätigen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Keltern. Überraschend hatte Karin Becker (CDU) den Antrag gestellt, das Thema von der aktuellen Tagesordnung zu nehmen. Man brauche noch mehr Informationen von der Verwaltung und es gebe das Gerücht in Keltern, der Gemeinderat stünde nicht hinter der Wehr. Bürgermeister Steffen Bochinger sagte, man wolle dem Informationsbedarf gerne nachkommen. Bei 15 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde der Tagesordnungspunkt sodann tatsächlich vertagt. Kaum war dieser Beschluss zu Sitzungsbeginn gefallen, erhoben sich die meisten Teilnehmer aus den Reihen der Feuerwehr von den Besucherplätzen und verließen den Ellmendinger Bürgersaal.
Schulbezirke vertagt
Die Anpassung der Schulbezirke der Johannes-Kepler-Grundschule Keltern ist von der Tagesordnung genommen worden. Seit geraumer Zeit wird das Thema diskutiert und war auch schon verschoben worden, weil man eine neue Schulleitung abwarten wollte. Mittlerweile gibt es mit Karin Brandl eine neue Schulleiterin, die auch eine Stellungnahme abgegeben hat. Vorgesehen ist, Niebelsbach künftig dem Schulbezirk Dietlingen zuzuordnen. Der Schulbezirk Ellmendingen würde im Gegenzug weiterhin die Ortsteile Ellmendingen, Dietenhausen und Weiler umfassen. Im Dezember hatte es einen Info-Abend für Eltern aus Niebelsbach gegeben, heißt es in der abgesetzten Vorlage.
Überraschend gutes Ergebnis
Der Jahresabschluss 2024 für den Kernhaushalt von Keltern ist deutlich besser ausgefallen als gedacht. Kämmerer Frank Kern sprach von einem Ereignis, das vermutlich für Jahre hinweg der letzte Haushalt mit positivem Ergebnis gewesen sein werde. Ausschlaggebend sei eine deutlich höhere Gewerbesteuer gewesen. Statt vier Millionen habe man über sechs Millionen Euro eingenommen. Personalausgaben wiederum seien um 0,4 Millionen Euro niedriger ausgefallen als gedacht. Alles in allem habe man statt einem Minus von 2,1 Millionen Euro eine Verbesserung des Ergebnisses um 2,9 Millionen Euro erzielen können. Somit sei man 2024 schuldenfrei geblieben.
