Nach Brand: Klares Signal für neue Mehrzweckhalle in Weiler
Keltern. Spannende Themen finden sich auf den Kelterner Sitzungen von Bauausschuss und Gemeinderat im Bürgersaal des Ellmendinger Rathauses.
Der Großeinsatz in Weiler von Mitte April 2024 ist vielen noch in Erinnerung. An die 400 Kräfte aus zahllosen Feuerwehrabteilungen der Region befanden sich in einer anspruchsvollen Löschaktion: Zwei Lagerhallen waren betroffen, ein Millionenschaden entstand. Nun beschäftigte sich der Bauausschuss mit dem Wiederaufbau einer landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle. Zur Erinnerung: „Der ursprünglich geplante und genehmigte Wiederaufbau einer Lagerplatzkonstruktion mit Schopf und Stellplatzüberdachung wird nicht umgesetzt“, führte Sebastian Beinhardt aus dem Bauamt der Gemeinde Keltern aus. Zu dem bestehenden Wirtschaftsgebäude mit 772 Quadratmetern komme mit der Halle eine 787 Quadratmeter umfassende Bebauung hinzu. Anwohnerbedenken gebe es keine. Aus Sicht der Verwaltung, so die Empfehlung, könne erneut zugestimmt werden, zumal die Grundstücke im Besitz des Bauherrn seien. Ohne Diskussion gab der Bauausschuss einstimmig sein Einvernehmen.
Manche Dinge in einer Gemeinde bedürfen verwaltungstechnisch einer ordnenden Hand. Ob damit dann Gerechtigkeit hergestellt oder Unrecht in eine zeitgemäße Form gegossen wird, liegt dann womöglich im Auge des Betrachters oder des jeweils Betroffenen. Am Ende stellt sich nicht nur die Frage, was im Rahmen einer Bebauungsplanänderung abzuwägen und satzungsrelevant neu festzulegen ist, sondern auch, was in der Abwägung aller Aspekte dem Dorffrieden nutzt.
Große Mehrheit für Änderung
Auf jeden Fall stimmte der Kelterner Gemeinderat am Dienstagabend nach kurzer Diskussion mit großer Mehrheit für eine Änderung der Bebauungspläne „Brenner“, „Brenner II“, „Pforzheimer Weg“ und „Tannenweg“. Dabei ging es, wie es im Amtsdeutschen so schön formuliert wurde, „um eine Beseitigung des Verbots von Nebenanlagen auf Wohnbauflächen“. In der ersten Runde beschäftigte man sich mit der Abwägung von Stellungnahmen, in zweiter Runde mit einem angepassten Satzungsbeschluss.
Alles in allem stellten sich die Stellungnahmen im Rahmen des Anhörungsverfahrens als nicht hinderlich für die Absicht der Kelterner Verwaltung heraus. Manfred Dengler (Grüne) machte freilich gleich zu Beginn der Diskussion deutlich, dass er sicherlich nicht zustimmen werde. Es sei ein Unding, nun im Nachgang quasi allen wilden Nebenanlagen ein zustimmendes Mäntelchen zu verpassen.
Dengler: „Das finde ich nicht gut.“
Im Übrigen hätten sich in den betreffenden Bereichen auch so manche Bürger an die Auflagen gehalten. Bürgermeister Steffen Bochinger ließ durchblicken, dass er die Kritik von Dengler bis zu einem bestimmten Maß nachvollziehen könne. Die Materie sei sicherlich schwierig und komplex. Dengler wollte wissen, was in Fällen geschehe, in denen bei Nebenanlagen auch noch Grenzabstände zum Nachbarn nicht eingehalten worden seien. Bochinger meinte hierzu, dass es keine Legitimierung von Unrecht im Recht geben könne. Die Abstände von Nebenanlagen zum Nachbarn müssten selbstverständlich eingehalten werden.
Bauamt betont richtige Darstellung
Christin Grüne (Grüne) hatte überdies noch eine technische Nachfrage zur kartographischen Darstellung in der Verwaltungsvorlage. Sebastian Beinhardt vom Bauamt konnte beruhigen. Damit habe alles seine Richtigkeit.
Die Verschiebung der Ausführungszeit zur Sanierung von Decke und Prallwand in der Mehrzweckhalle Weiler ist vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen worden. Stephan Lendl vom Bauamt erläuterte, warum die Verschiebung Sinn mache und auf März 2027 neu eingetaktet werde. Eine Ausschreibung erfolge bereits jetzt. Durch die Neukonzeption könne man sogar sparen, da man statt Schallschutz- kostengünstigere Holzwolle-Leichtbauplatten, im Volksmund Sauerkrautplatten, verwenden wolle. Detailfragen kamen von Christin Grüne, Manfred Dengler und Rolf Mertz (alle Grüne) sowie Johannes Riegsinger (FWG).
