Nach EuroCup-Pleite zurück in der Erfolgsspur: Rutronik Stars Keltern gewinnen gegen Vizemeister Marburg
Sterne gewinnen das Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen Marburg 62:57. Beide Teams leisten sich allerdings viele Fehler.
Die Basketballerinnen der Rutronik Stars Keltern haben das Duell Meister gegen Vizemeister der Vorsaison für sich entschieden und den BC Marburg mit 62:57 geschlagen. Ein starkes Viertel reichte den Sternen in einer Begegnung, die von Anfang an hart umkämpft war, in der spielerische Glanzlichter aber rar waren.
Beide Coaches, Matea Tavic bei den Rutronik Stars und José Araújo bei Marburg, seien sich in ihrem Fazit einig gewesen, sagte Sterne-Teammanager Dag Schiffer:
„Spannend war die Partie, intensiv und körperbetont, aber technisch nicht hochklassig.“
Auch Kelterns Andjela Matic, die nach Alexandria Kiss-Rusk zweitbeste Werferin ihres Teams, räumte in einem Kurzinterview am Ende der Liveübertragung beim Streaming-Dienst Dyn ein, dass es kein schönes Spiel gewesen sei. Doch habe man sich defensiv gegenüber der 80:84-Niederlage wenige Tage zuvor im EuroCup gegen Ostrava deutlich gesteigert, so Matic. Offensiv allerdings, das verschwieg die junge Serbin in ihrer Analyse nicht, ließen die Rutronik Stars gegen Marburg vor allem in der ersten Halbzeit einiges zu wünschen übrig.
Mehrere Führungswechsel
Schon die ersten Würfe hatten ihr Ziel verfehlt, ehe nach mehr als eineinhalb Minuten Beatrice Del Pero einen Dreier verwandelte und Ana Mandic zum 5:0 nachlegte. Dann gelang den Sternen offensiv mehr als drei Minuten nichts, Marburg holte sich mit einem 7:0-Lauf die Führung. In der Folge ging es hin und her (9:7, 9:14), ehe die Rutronik Stars in der Schlussphase des ersten Viertels einen 17:14-Vorsprung aus der Hand gaben (17:18).
Keltern leistete sich nicht nur zu viele Fehlversuche, sondern hatte schon zu diesem Zeitpunkt sechs Ballverluste (am Ende waren es 20). Marburg glänzte ebenfalls weder defensiv noch offensiv, war aber einen Tick besser und verdiente sich die knappe Führung.
Die Partie blieb im zweiten Abschnitt intensiv und fehlerbehaftet. Keltern hatte seine beste Phase gleich zu Beginn, als Essence Booker mit einem Treffer aus der Mitteldistanz und Alexandra Wilke mit einem Dreier ihr Team mit 22:18 nach vorn brachten. Marburg nahm eine Auszeit – und wendete in der Folge das Spiel mit einem 10:0-Lauf zum 22:28. Die Gäste, auch weiterhin alles andere als fehlerfrei, wirkten aber etwas spritziger und griffiger – und gingen dank der besseren Trefferquote aus dem Feld (40 Prozent gegenüber lediglich 22,6 Prozent von Keltern) mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in die Pause (26:31).
Nach dem Seitenwechsel baute Marburg die Führung auf sieben Zähler aus (29:36, dann 31:38). Erst jetzt kam Keltern in Schwung, traf aus der Distanz, zog mit Erfolg zum Korb. Während die Gäste mehr als vier Minuten ihre Ausbeute nicht steigerten, machten die Rutronik Stars nicht nur den Rückstand wett, sondern warfen einen Acht-Punkte-Vorsprung heraus (46:38). Es sollte das einzige gewonnene Viertel bleiben.
Marburg machte es im Schlussabschnitt noch einmal spannend, kam zweimal bis auf einen Punkt heran – beim 52:51 dreieinhalb Minuten vor Schluss und beim 58:57 100 Sekunden vor ultimo – doch vorbei an Keltern kamen die Gäste nicht mehr. Alexandria Kiss-Rusk, wie schon am Donnerstag gegen Ostrava die Sterne-Topscorerin und gegen Marburg zudem mit einem Double-Double (13 Punkte und 11 Rebounds), erwies sich einmal mehr als große Stütze. Die kanadische Centerin zeigte sich am Ende cool und erzielte die letzten vier Punkte, während Marburg in den letzten eineinhalb Minuten nichts mehr glückte. Die individuelle Klasse habe sich für den deutschen Meister am Ende etwas mehr ausgezahlt als für den Vizemeister, sagte Teammanager Schiffer. „Wir hatten das glückliche Ende, uns das aber aufgrund der zweiten Halbzeit doch auch verdient.“
