Keltern -  22.05.2019
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Rücksichtslos gemähte Blühwiesen und Zeltdach: Verwaltung in Keltern kriegt Ärger ab

Keltern. Gleich zu Sitzungsbeginn musste sich die Verwaltung von Bürgermeister Steffen Bochinger eindringliche Ermahnungen anhören: zuerst aus dem Publikum, später auch aus der Ratsrunde durch Anja Jost (Grüne). Es könne doch wohl nicht wahr sein, dass nun zum wiederholten Mal eigens angelegte Blühwiesen zur Stärkung der Insektenwelt mutwillig abgemäht worden seien – und das auch noch mit Geldern des Steuerzahlers.

Zur Stärkung der Insektenwelt wurden eigens Blühwiesen angelegt – und dann mutwillig abgemäht. Das sorgte im Gemeinderat Keltern für Ärger. Symbolbild pixabay
Zur Stärkung der Insektenwelt wurden eigens Blühwiesen angelegt – und dann mutwillig abgemäht. Das sorgte im Gemeinderat Keltern für Ärger. Symbolbild pixabay

Der Verwaltungschef räumte das Mäh-Gate ein und gelobte Besserung, was den Kritikern aber nur bedingt reichte. Der Fehler komme immer wieder vor, so der Vorwurf. Bochinger abschließend: „Glauben Sie uns, es tut uns leid.“ Die berechtigte Kritik sei bei der Verwaltung angekommen.

Ein Aufreger bildete auch die Entscheidung über einen Bauantrag an der Schliffkopfstraße in Ellmendingen. Der Bebauungsplan, so die Mehrheitsmeinung im Rat, sehe dort Sattel- und Walmdächer und eben kein Zeltdach vor, wie vom Bauherren ausdrücklich gewünscht. Bauamtsleiter Michael Mühlen hatte den Sachvortrag übernommen und dabei auch die Sichtweise des Landratsamts dargestellt. Dort könnte man sich mit der Lösung durchaus anfreunden. Mühlen empfahl, das Einvernehmen zu erteilen. Manfred Dengler (Grüne) platzte daraufhin der Kragen. „Der Herr Mühlen ist doch Angestellter der Gemeinde Keltern und nicht des Landratsamts.“ Es komme zum x-ten Mal vor, dass der Bauamtsleiter den Eindruck erwecke, bei Bauangelegenheiten lieber verständnisvoll die Position des Landratsamts zu vertreten, anstatt auf die Sichtweise der Kelterner Ratsvertreter einzugehen.

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Die große Mehrheit des Gemeinderats mochte dem Bauprojekt nicht zustimmen. Das Einvernehmen in Sachen Dach-Ausnahmegenehmigung versagten zwölf Ratsmitglieder, lediglich drei konnten sich dafür erwärmen. Ferner gab es zwei Enthaltungen.

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Autor: Peter Marx