Keltern -  05.04.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Rutronik Stars Keltern straucheln in Herne: Entscheidendes Spiel am Ostermontag in Dietlingen

Keltern/Herne. Die Rutronik Stars Keltern haben den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale der Play-offs der Basketball-Bundesliga verpasst. Drei Tage nach dem 72:42-Sieg in der ersten Viertelfinalpartie zu Hause gegen den Herner TC verloren die Sterne Spiel zwei am Samstag in Herne mit 78:79 (41:45). Damit kommt es am Ostermontag, 6. April, 16 Uhr, in der Speiterlinghalle in Dietlingen zur entscheidenden dritten Begegnung.

Kelterns Maud Huijbens (links) und Hernes Olivia Olsen (rechts) waren mit jeweils 21 Punkten die Topscorerinnen des zweiten Play-off-Spiels.
Kelterns Maud Huijbens (links) und Hernes Olivia Olsen (rechts) waren mit jeweils 21 Punkten die Topscorerinnen des zweiten Play-off-Spiels. Foto: Ripberger

„Wir sind maßlos enttäuscht“, sagte Sterne-Teammanager Dag Schiffer nach der Niederlage in Herne – der erst zweiten überhaupt in der laufenden Bundesliga-Saison. „Ich wüsste nicht, was man positiv mitnehmen könnte. Wir haben keine Einstellung zu diesem Spiel gefunden.“

Der souveräne Hauptrundensieger wollte nach dem klaren Auftakterfolg in der Best-of-3-Serie den Sack im zweiten Spiel zumachen – und zunächst sah es auch vielversprechend aus: Zwar erzielte der Herner TC die ersten Punkte, ehe sich die Gäste mit einem 9:0-Lauf absetzten (2:9). Der Hauptrundenachte ließ sich davon aber nicht beeindrucken, war bis Mitte des ersten Viertels wieder dran (10:11). Keltern baute den Vorsprung in der Folge mehrmals auf sechs Punkte aus. Nach zehn Minuten trennten beide Teams fünf Zähler (20:25). Doch es hätten mehr sein können, wenn Alexandra Wilke und Alexandria Kiss-Rusk in der Schlussphase nicht drei von fünf Freiwürfen vergeben hätten.

Die Trefferquoten sollten bei Keltern zu wünschen übrig lassen – Herne hatte am Ende aus dem Feld (bei Zwei- und Drei-Punkt-Würfen) und bei den Freiwürfen die Nase vorn. Der Außenseiter hatte aber nicht nur mehr Erfolg bei den Würfen, sondern sammelte mehr Rebounds und verteidigte insgesamt besser.

Im zweiten Viertel holte sich der HTC beim 28:27 die Führung zurück. Keltern wendete kurz darauf mit sechs Punkten in Folge das Blatt noch mal (33:35), doch dreieinhalb Minuten vor der Halbzeit sollte es die letzte Führung des Favoriten an diesem Abend gewesen sein. Zur Halbzeitpause lag Herne 45:41 vorn.

Er hoffe, dass sein Team in der zweiten Begegnung länger als nur ein Viertel mithalten könne, hatte HTC-Trainer Marek Piotrowski am Mittwoch nach dem ersten Spiel in Dietlingen gesagt. Dies gelang. Herne war defensiv stabil und fand, angeführt von Spielmacherin Jennifer Crowder (16 Punkte), immer wieder den Weg zum Korb. Vor allem HTC-Centerin Olivia Olsen war schwer zu stoppen; auf 21 Punkte kam Olsen, elf davon von der Freiwurflinie, nachdem sie nur durch ein Foul zu stoppen war. Überhaupt die Fouls: Keltern hatte am Ende 25 gesammelt (und Topscorerin Maud Huijbens durch deren fünftes persönliches Foul sechseinhalb Minuten vor Schluss verloren), Herne nur 13.

Die Gastgeberinnen profitierten aber in erster Linie davon, dass Keltern viele Chancen vergab. Gerade aus der Distanz ging viel daneben (am Ende nur vier verwandelte Dreier bei 26 Versuchen). Wilke (sieben Versuche), Marisa Makenna und Karina Konstantinova (je fünf) hatten kein Glück von jenseits der Dreierlinie, lediglich Nevena Rosic, die drei ihrer sechs Distanzwürfe verwandelte, überzeugte.

Rosic war es auch, die ihrem Team gegen Ende der Partie noch einmal die Chance auf ein Happy End bescherte. Herne hatte im dritten Viertel seinen knappen Vorsprung behauptet (Stand nach 30 Minuten: 61:57) und die Führung im Schlussabschnitt noch etwas ausgebaut. Beim Stand von 70:63 traf Rosic aus der Distanz, später – Herne hatte wieder auf acht Punkte erhöht (78:70) – war sie erneut erfolgreich (78:73).

Nach einem verwandelten Freiwurf des HTC brachten Ysaline Saulnier und Rosic die Sterne auf 79:77 heran. Wenig später, 30 Sekunden vor Ende des vierten Viertels, hatte Karina Konstantinova die Chance zum Ausgleich, brachte aber nur einen Freiwurf im Korb unter . Nach einem Ballverlust von Herne – dem letzten von 22 des HTC (für Keltern wies die Statistik nur elf auf) – stand das Tor zum Halbfinale für den Titelverteidiger auf einmal wieder offen – diesmal aber verfehlte ein Dreier von Rosic knapp das Ziel.

Damit war die Niederlage der Rutronik Stars besiegelt – und die Fortsetzung der Viertelfinalserie. „Jetzt müssen wir nachsitzen“, sagt Dag Schiffer. Am Ostermontag beginnt um 16 Uhr in der Speiterlinghalle Spiel drei der Serie, dann fällt die Entscheidung, wer ins Play-off-Halbfinale einzieht und ab kommenden Freitag auf Alba Berlin trifft. Der Pokalsieger entledigte sich seiner Viertelfinalaufgabe gegen Osnabrück souverän in zwei Spielen (56:40, 74:47).

VG WORT Zählmarke