Keltern -  07.04.2021
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Weinbau in der Region: Mit neuen Ideen die Zukunft sichern

Keltern. „Es tut sich was in der Weinbaugemeinde Keltern“, unterstreicht Edda Santucci vom Weinhaus Keltern. Wer sich möglicherweise Sorgen um die Zukunft der Weinbautradition in Keltern gemacht habe, werde nun eines Besseren belehrt, stellt Santucci klar. Im Gespräch mit der Redaktion erläutert sie die Hintergründe ihrer positiven Einschätzung: Im zurückliegenden Jahr hätten einige Winzer altershalber ihren Weinbaubetrieb eingestellt und deshalb einen Nachfolger suchen müssen.

Neuanpflanzungen und Ergänzungsausbauten bestimmen das Geschehen in Kelterns Weinbergen. Foto: Michael Müller
Neuanpflanzungen und Ergänzungsausbauten bestimmen das Geschehen in Kelterns Weinbergen. Foto: Michael Müller

Zu ihrer Überraschung hätten sich sogar für große Flächen neue Besitzer gefunden, „die den Mut haben, in dieser schwierigen Zeit etwas Neues zu beginnen oder Bestehendes auszubauen“, erklärt Santucci.

So habe die Weinberghütte Keltern in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Weingut Baur aus Dietlingen einen Hektar Weinberge rund um die bekannte Weinberghütte in Ellmendingen übernommen. Die teilweise schon über 50 Jahre alten Reben seien schon zu schwach gewesen und hätten keinen Ertrag ergeben, die Zeilenabstände seien zu gering gewesen und hätten nicht maschinell bearbeitet werden können. Nicht zuletzt seien die alten Holzpfähle morsch gewesen, berichtet Santucci: „Deshalb haben sich die Betreiber entschieden, die alten Reben zu entfernen und mit einer Neuanpflanzung der Weißweinsorten Chardonnay, Weißburgunder und Grauburgunder dem neuen Konsumverhalten des Verbrauchers gerecht zu werden.“ Dieser bevorzuge inzwischen leichte und spritzige Weißweine mit weniger Säure. Außerdem, so Santucci, hätten junge Winzer wie Patrick Seemann, Matthias Schäfer und Armin Bayer neue Weinberge angelegt. Melanie Frank von Kelternwein habe die ihren mit neuen Reben ergänzt. Hierbei liege der Schwerpunkt der Neuanpflanzungen nicht nur auf den traditionellen Sorten Schwarzriesling und Müller-Thurgau, auch Tempranillo, Syrah, Cabernet Sauvignon und Gewürztraminer fänden in Keltern inzwischen ein gutes Klima.

Auch spielten der Umweltschutz und das Einsparen von Spritzmitteln in Keltern eine immer größere Rolle. Santucci wörtlich: „Nachdem schon die Weingüter Claus Bischoff und Gerhard Neye seit einigen Jahren pilzwiderstandsfähige Rebsorten anbauen, pflanzen die Weingüter Weinstein, Schäfer und Guthmann die pilzwiderstandsfähige Sorte, Piwi genannt, Souvignier gris an.“ Santucci ist sich sicher, dass Keltern für den Weinbau der Zukunft gerüstet sei und vielfältige Weine „von vielen verschiedenen, engagierten, innovativen und auch mal experimentierenden Winzern“ angepflanzt und produziert würden.

Autor: mar/pm