Kieselbronner Raiffeisenbank hat gut gehaushaltet – und zahlt hohe Dividende aus
Kieselbronn. Dass alle Beschlüsse einstimmig gefasst werden, es weder Wortmeldungen noch kritische Fragen gibt, verwundert nicht. Schließlich hat die Kieselbronner Raiffeisenbank im abgelaufenen Geschäftsjahr gut gewirtschaftet. Sogar so gut, dass Ronny Walter bei der Generalversammlung verkünden kann, dass sich der Zinsüberschuss in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung gegenüber 2024 um 517.000 Euro auf 2,5 Millionen Euro erhöht hat: eine gewaltige Steigerung um rund 25 Prozent.
„Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit zeigt sich die Stärke des genossenschaftlichen Geschäftsmodells“, sagt Walter, der mit Benjamin Grimm den Vorstand der Kieselbronner Raiffeisenbank bildet und für die aufmerksam lauschenden Mitglieder in der voll besetzten Festhalle auch sonst erfreuliche Zahlen im Gepäck hat: Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf gut 177 Millionen Euro gestiegen, das betreute Kundenkreditvolumen um 1,9 Prozent auf mehr als 130 Millionen Euro.
Das Provisionsergebnis lag mit 813.000 Euro gut sieben Prozent über dem Vorjahreswert, das Betriebsergebnis vor Bewertung bei „insgesamt sehr zufriedenstellenden“ 1,1 Millionen Euro. Unterm Strich verbleibt ein Bilanzgewinn von rund 290.000 Euro, der die Ausschüttung einer überdurchschnittlichen Dividende von fünf Prozent erlaubt.
Walter sieht gerade kleine und mittelgroße Regionalbanken nicht nur mit wirtschaftlichen Risiken konfrontiert, sondern auch mit einer „stetig wachsenden regulatorischen Belastung“. Dass viele der Vorgaben berechtigte Ziele verfolgen und notwendig sind, steht für ihn außer Frage. Trotzdem hat er den Eindruck, dass „die Komplexität der regulatorischen Anforderungen inzwischen ein Ausmaß erreicht hat, das kleinere Institute zunehmend belastet“. Laut Walter werden an regional tätige Banken häufig nahezu dieselben Anforderungen gestellt wie an international operierende Großbanken mit Milliardenbilanzen und hochkomplexen Geschäftsmodellen. Die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen würde Walter lieber in die Finanzierung der Menschen und der Unternehmen in der Region stecken, zudem in die persönliche Beratung der Kunden und der insgesamt knapp 2400 Mitglieder, die in Kieselbronn zum Jahresende ein Geschäftsguthaben von 1,4 Millionen Euro unterhielten.
Für Walter steht fest, dass die Kieselbronner Raiffeisenbank auch in Zukunft wirtschaftlich stark, verlässlich und eigenständig bleiben will. Das „sehr positive Betriebsergebnis“ hat aus Sicht des Aufsichtsratsvorsitzenden Gert Wiederrecht gezeigt, dass der Vorstand die richtige Strategie verfolgt hat. Er spricht von einer wichtigen Bestätigung „unserer konservativen Geschäftspolitik“, die nicht auf kurzfristige Bilanzgewinne, sondern auf langfristigen Erfolg setzt. „Unser Ziel war und bleibt bis heute der wirtschaftliche Erfolg und die Selbstständigkeit unserer Bank.“
