Kieselbronn
Kieselbronn -  25.06.2026
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Regen kann in Kieselbronn zum Problem werden: Mit Kreativität gegen zu viel Wasser

Kieselbronn.  Momentan fällt eher wenig Regen. Doch wenn er fällt, kann er zur Herausforderung werden. Auch in Kieselbronn, wo aktuell zwei Stellen im Fokus stehen. Beide liegen am Ortsrand, beide sollen durch bauliche Veränderungen eine deutliche Verbesserung erfahren. Wie genau, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung am Mittwochabend allerdings noch nicht beschlossen.

Auf dem Feldweg hinter der Berninstraße soll sich bei starkem Regen viel Wasser sammeln. Um das künftig zu verhindern,wäre das Anlegen einer Mulde denkbar.
Auf dem Feldweg hinter der Berninstraße soll sich bei starkem Regen viel Wasser sammeln. Um das künftig zu verhindern,wäre das Anlegen einer Mulde denkbar. Foto: Nico Roller

Vorher soll das beauftragte Planungsbüro noch weitere Informationen liefern. Nicht umsonst sprach Bürgermeister Heiko Faber von „einer sehr komplexen Problemstellung, bei der sich nicht sofort eine Lösung aufdrängt“. Damit meinte er auch den Feldweg, der östlich hinter der Berninstraße liegt, unterhalb des Sportgeländes, mit Wiesen auf der einen und Wohnbebauung auf der anderen Seite. Dem Vernehmen nach soll bei stärkerem Regen das Wasser dort teilweise auf die Grundstücke der Anwohner laufen. Das Büro hat die Stelle untersucht – und festgestellt, dass der direkt über dem Weg fallende Niederschlag auch dann kein Problem darstellt, wenn er etwas heftiger ausfällt.

Anders verhält es sich mit dem Wasser, das von oben aus dem Bereich des Fußballplatzes nach unten läuft: zunächst über Asphalt, dann über Schotter. Genau in diesem Übergangsbereich will das Planungsbüro ansetzen, nämlich an einem Erdwall, der sich in etwa auf Höhe der Aschenbahn befindet. Im Kern lautet der Vorschlag, das von oben kommende Wasser mithilfe einer breiten, überfahrbaren Mulde über eine Art Bypass vom Ort wegzuleiten, möglichst in eine bestehende Vertiefung. Weiter unten würde das Büro dann nichts mehr unternehmen. Allein schon deshalb, weil es davon ausgeht, dass Fließwege nicht verändert werden dürfen, wenn andere Bereiche dadurch benachteiligt werden könnten. Konkret denken die Planer dabei an die weiter bergabwärts liegende Wohnsiedlung Reible, in der die Baugenossenschaft Familienheim schon bald etliche neue Häuser errichten will. Etwa 750 Meter entfernt befindet sich der Schneitweg, in dem die Kanalisation nicht so leistungsfähig ist, wie sie eigentlich sein sollte – mit der Folge, dass die drei Schächte schon bei einem etwas stärkeren Regen überfordert sind, wie er statistisch einmal jährlich auftritt.

Um das Problem zu lösen, hat das Büro etliche Varianten ausgearbeitet: von Gerinneabdeckungen über die Abkopplung einzelner Flächen bis zur Veränderung des Straßenaufbaus. Am vielversprechendsten sind aus Sicht der Verwaltung und des Gemeinderats allerdings Hochwasserschotts, die vor den Einfahrten gefährdeter Grundstücke angebracht und über den Wasserdruck automatisch aktiviert werden könnten. Theoretisch wohlgemerkt, denn beschlossen ist das noch nicht. Mit den Schotts könnte man laut Faber nicht nur Regen zurückhalten, sondern auch einen Schutz vor Hochwasser bieten. Mit Netto-Rohbaukosten von rund 140.000 Euro wären sie zudem die günstigste der untersuchten Varianten.