Knittlingen
Knittlingen -  15.09.2020
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Besucher entdecken grausigen Fund auf Friedhof in Hohenklingen

Freudenstein-Hohenklingen. Für Aufregung hat am Wochenende ein Facebook-Beitrag gesorgt, der Fotos von einem Grabaushub auf dem Hohenklinger Friedhof zeigt, bei dem Gebeine zutage traten. Die Nutzerin wollte die Ortsverwaltung auf diesem Weg informieren. Die Reaktionen auf den Beitrag ließen nicht lange auf sich warten.

An dieser Stelle, direkt am Eingang des Friedhofs in Hohenklingen, seien am vergangenen Wochenende die Knochenreste gesichtet worden. Inzwischen wurden diese aber entfernt und der Erdaushub abgedeckt. Foto: Schrader
An dieser Stelle, direkt am Eingang des Friedhofs in Hohenklingen, seien am vergangenen Wochenende die Knochenreste gesichtet worden. Inzwischen wurden diese aber entfernt und der Erdaushub abgedeckt. Foto: Schrader

Viele gaben sich entrüstet und bezeichneten den Vorfall als pietätlos. Inzwischen wurde der Eintrag gelöscht, die Fotos wollte die Urheberin auf Nachfrage der PZ nicht herausgeben.

Nach Ablauf der Ruhezeit wird eine Grabstätte in der Regel aufgelöst oder für ein neues Grab freigegeben. Dass Bestatter bei einem Erdaushub auf Überreste eines Verstorbenen stoßen, ist nichts Ungewöhnliches. In der Regel verbleiben diese dann aber im Grab. Anders verlief dies auf dem Friedhof in Hohenklingen, für den die Verwaltungsstelle in Freudenstein zuständig ist. Dort weiß man inzwischen, dass die ausgehobene Erde an einer eigens dafür vorgesehenen Stelle am Eingang abgelagert wurde. Unglücklicherweise aber inklusive menschlicher Überreste. Ortsvorsteher Timo Steinhilper, der bereits am Wochenende mit dem Facebook-Beitrag konfrontiert wurde, zeigte sich ebenfalls schockiert und begann umgehend mit der Aufklärung des Falls. Er vermutet, dass das von der Verwaltung beauftragte Bestattungsunternehmen, welches für den Grabaushub zuständig war, nicht sorgfältig gearbeitet hat.

"So etwas darf nicht passieren"

„Fehler können immer passieren, aber dieser war schon sehr grob – wiederholen darf sich das nicht“, sagte er gestern im Gespräch mit der PZ. Ob das Bestattungsunternehmen letztlich wirklich die Schuld trägt, müsse noch ermittelt werden. Die PZ sprach am  Dienstagvormittag auch mit einer Mitarbeiterin eines der in Frage kommenden Bestattungsunternehmen, dessen Name bis zur Aufklärung des Vorfalls nicht genannt wird. Von dem Vorfall in Hohenklingen ist dort nichts bekannt. Doch die Mitarbeiterin machte deutlich: „So etwas darf nicht passieren – und in der Regel treffen unsere Mitarbeiter Vorkehrungen, damit so etwas nicht geschieht.“

Die Entrüstung in den sozialen Medien könne er durchaus nachvollziehen, so Steinhilper. „Das war schließlich mal ein Mitbürger von uns und da erwarte ich, dass die Gebeine gesichert werden“, sagt der Ortsvorsteher. Die Knochen sind inzwischen entfernt worden, der Erdaushub ist mit einer Plane abgedeckt. In den nächsten Tagen soll geklärt werden, wer für den grausigen Anblick verantwortlich war und wie so etwas in Zukunft verhindert werden kann.

Autor: mim