Knittlingen
Knittlingen -  14.10.2026
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Teure Angelegenheit: Knittlingen ringt um die beste Lösung für die Kelter

Knittlingen. Allein der Boden des historischen Gebäudes könnte die Stadt teuer zu stehen kommen. Welche Lösung sinnvoll ist, wurde im Gemeinderat diskutiert.

Leere Kassen, steigende Anforderungen: Die Stadt hat bei der Sanierung der Kelter angesichts leerer Kassen und steigender Anforderungen jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Gleichwohl muss die Instandsetzung des historischen Gebäudes vorankommen, gilt es doch, Fördergelder bis April 2027 abzurufen. Der Gemeinderat hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die Putzarbeiten an der Fassade an die Firma Schmidtke Ausbau und Fassaden aus Bruchsal zu vergeben. Die Kosten liegen bei 64.110,82 Euro brutto. Architekt Patric Göhner vom beauftragten Architekturbüro Göhner und Schrade sagte in der Sitzung, dass die Fachwerksanierung noch im Oktober abgeschlossen werden soll. Der Außenputz solle dann 2027 aufgebracht werden. Beim Putz sei man unter dem geplanten Gesamtbudget von 78.000 Euro geblieben. „14.000 Euro günstiger, wir liegen damit sehr gut im Rahmen“, sagte der Planer.

Im Anschluss ging es darum, welche weiteren Sanierungsschritte mit welchem Budget realisiert werden sollen. In einer Präsentation zeigte Göhner weitere mögliche Schritte einschließlich unterschiedlicher Varianten und der damit verbundenen Kosten. Das für die Stand- und Verkehrssicherheit vorgesehene Budget von etwa 600.000 Euro halte man ein. Mit den aktuellen Maßnahmen erfülle man die baurechtlichen und denkmalschutzrechtlichen Vorgaben.

Allerdings erfüllten die derzeit vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen nicht sämtliche Auflagen für eine Nutzung als vollwertige Versammlungsstätte. Kleinere Veranstaltungen könnten gegebenenfalls nach Abstimmung mit dem Landratsamt Enzkreis möglich sein. „Ein entsprechender Schallschutz bedeutet aber einen Vollausbau“, so Göhner. Ohne diesen Vollausbau seien Veranstaltungen nur bis 22 Uhr möglich. Gut 80.000 Euro stünden derzeit noch für weitere Maßnahmen zur Verfügung.

Laut Göhner sei die Kelter prägend für die Fauststadt Knittlingen. Alles, was der Gemeinderat nun beschließe, müsse neu beauftragt werden. Daher stehe man vor wichtigen Entscheidungen – auch weil die Förderung im April 2027 auslaufe.

Welcher Boden soll es sein?

Vor allem der künftige Boden der Kelter beschäftigte den Rat ausführlich. Zur Auswahl stünden eine Aufschotterung für 58.000 Euro, ein Pflasterbelag für 100.000 Euro oder eine Stahlbetonbodenplatte für 186.000 Euro, jeweils inklusive Umsatzsteuer. Im Rat wurden die Vor- und Nachteile auch mit Blick auf die klammen Stadtfinanzen diskutiert. „Bei dem Boden geht es nicht um das günstigste, sondern um das wirtschaftlichste Angebot für die Stadt“, sagte Timo Steinhilper (SPD). „Mit einer Stahlbetonplatte kann man nach vorn schauen“, sagte Göhner, allerdings sei auch eine Aufschotterung möglich – mit Optionen für die Zukunft. Einen Pflasterbelag werde man auch nicht nur für einige Jahre verlegen. Dieser schränke künftige bauliche Optionen aber ein.

Bernd Vogt (CDU) plädierte dafür, nun sachlich zu evaluieren, wie viele Mittel noch zur Verfügung stünden, und erst dann zu entscheiden. „Am besten wäre die teuerste Lösung“, sagte Vogt, aber die Finanzlage der Stadt sei derzeit angespannt. Das sah auch Bürgermeister Alexander Kozel (Grüne) so. Er versprach, dem Rat eine Aufstellung mit den noch verfügbaren Mitteln zukommen zu lassen. Danach solle über die weiteren Maßnahmen entschieden werden.

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